Wie viele Ärzte praktizieren derzeit in Luxemburg, wie verteilen sie sich auf die verschiedenen Fachrichtungen, wie sieht die Altersverteilung aus und welche Fachrichtungen bieten den Nachwuchsmedizinern die besten Aussichten? Sechs Jahre, nachdem die letzte Ausgabe der Ärzte-Demographie veröffentlicht wurde, verfasste die Vereinigung der Medizinstudenten (ALEM) nun eine neue Aufstellung der Luxemburger Ärzteschaft, mit der sie hauptsächlich die 768 Medizinstudenten, die im akademischen Jahr 2010/11 nach Angaben der CEDIES an den verschiedensten europäischen Universitäten eingeschrieben waren, über die derzeitige Situation und die Zukunftsaussichten in den einzelnen Fachbereichen informieren wollen.
768 Medizinstudenten
38 Fachgesellschaften wurden dazu von der ALEM angeschrieben und 22 haben mit einer Analyse ihres Fachbereichs geantwortet, wobei sich ein recht unterschiedliches Bild darstellt. Betrachtet man sich allein die Zahlen bei den Allgemeinchirurgen, so sieht man zwei Phänomene: die Anzahl ist seit 1995 nahezu unverändert geblieben und während 43 Chirurgen über 50 Jahre alt sind, gibt es gerade einmal 16 zwischen 34 und 49 Jahren. Bei den Urologen ist einer von 22 unter 45 Jahren alt und nur zwei bis drei Luxemburger sind in Ausbildung.
Anästhesisten, Kardiologen, Gastroenterologen, Geriater, Gynäkologen, Allgemeinärzte … sie alle appellieren an die Nachwuchsmediziner, dass sie dringend in den jeweiligen Fachrichtungen gebraucht werden. In den meisten Fällen liegt das Verhältnis der über 50-Jährigen zu den jüngeren Kollegen bei zwei Drittel zu einem Drittel.
Die Augenärzte weisen darauf hin, dass es zunehmend schwierig wird, die Notfalldienste zu gewährleisten, da viele Kollegen nicht operativ in einem Krankenhaus tätig sind und somit auch nicht in das Dienstsystem eingebunden sind – eine Dienstpflicht auch für diese Kollegen biete sich an. Ein weiteres Problem werfen die Gynäkologen auf: in Frankreich in „Gynécologie générale“ ausgebildete Kollegen können im Luxemburger System nicht eingesetzt werden, weil sie nicht als Geburtshelfer ausgebildet sind. Von 14 Kollegen, die sich in den letzten fünf Jahren niedergelassen haben, sind nur zwei in der Lage, als Gynäkologe-Geburtshelfer im Krankenhaus tätig zu sein.
Rosige Sicht des Gesundheitsministers
Während der Gesundheitsminister in seinen Grußworten in der ALEM-Broschüre eine recht rosige Sicht der Dinge zeigt – Luxemburg habe im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern keinen Ärztemangel, sei auch von der regionalen Verteilung her gut aufgestellt und liege mit 2,8 Ärzten pro 1.000 Einwohnern zwar unter den Zahlen der Nachbarländer, aber der ständig steigende Zuwachs an ausländischen Ärzte zeige, dass man für sie attraktiv sei -, stellt die ALEM fest, dass in den nächsten 10 bis 20 Jahren zahlreiche Ärzte in Pension gehen werden und sich angesichts einer alternden Bevölkerung der Bedarf an neuen Ärzten eher noch zusätzlich verstärken wird.
Wie viele kehren überhaupt nach Luxemburg zurück?
Es bedürfe dringend einer besseren Information und Orientierung der angehenden Mediziner und deswegen auch einer besseren Konzertierung zwischen Hochschulministerium und Gesundheitsministerium, um endlich an genaue Daten zu kommen und angehende Mediziner gezielt ansprechen zu können. Es sei unglücklicherweise schwierig festzustellen, wie viele unter ihnen und auch von den Kollegen, die derzeit eine Facharztausbildung absolvieren und nicht erfasst sind, sich überhaupt jemals in Luxemburg niederlassen werden – keine neue Feststellung, aber eine, die die politischen und medizinischen Akteure dazu anregen sollte, zusammen das Problem zu lösen, beispielsweise über eine interaktive Datenbank im Internet oder umfassende Informationsversammlungen.
Die ALEM fordert aber auch die Nachwuchsmediziner dazu auf, rechtzeitig Kontakt mit den Krankenhäusern, der AMMD oder den Fachkollegen, mit denen man eine Zusammenarbeit anstrebt, aufzunehmen.
Deutschland (28%), Frankreich (23%) und Belgien (23%) bleiben übrigens die bei weitem beliebtesten Studienländer für Medizinstudenten.
Luxemburger Vereinigung der Medizinstudenten erstellte Ärzte-Demographie und fragt:



