Gemeinde Bissen verkauft drei Wohnungen und drei Einfamilienhäuser
Mehr als zwei Stunden verbrachte der Gemeinderat Bissen in seiner letzten Sitzung damit, die beratenden Kommissionen zu besetzen. Unter anderem war dies darauf zurückzuführen, dass verschiedene Abstimmungen mehrmals wiederholt werden mussten, während bei anderen eine Stichwahl notwendig war. Schlussendlich konnten nur drei der vier Posten in der Schulkommission besetzt werden, da es beim vierten Posten, für den sich u.a. der Schulschöffe gemeldet hatte, keine Mehrheit gab. Für die Jugend- und Sportkommission gab es nur fünf Bewerber. Und auch in der Integrationskommission konnten lediglich sechs der zwölf Plätze besetzt werden, dies mangels Kandidaten. Zudem hatte sich nicht ein Bürger mit ausländischer Nationalität gemeldet. Für die sieben Posten in der Bautenkommission gab es aber immerhin 19 Bewerber. Bei der Abstimmung gingen vier völlig leer aus, darunter ein Bewerber, der im letzten Jahr verurteilt wurde, den illegal errichteten Teil eines Baus an der Route de Colmar abzureißen.
Einstimmig angenommen wurden die Konten des Jahres 2009, die einen Bonus von 5,43 Millionen Euro ausweisen. Größere Projekte, wie der Bau der Maison Relais, die Renovierung des „Veräinshaus“ und die Neugestaltung des „Frounert“ wurden in diesem Jahr in Angriff genommen.
Die einstimmige Zustimmung der Räte fand auch eine Konvention mit Creos, die eine Voraussetzung für die Ausstellung einer definitiven Baugenehmigung für die Werkstätten auf Roost ist. Mit den Ausgrabungsarbeiten wurde dort mittlerweile aufgrund einer entsprechenden Genehmigung begonnen. In der Sitzung kramte der Bürgermeister einen Plan hervor, den er als Creos-Mitarbeiter „vom Büro mitgebracht hatte“, den er aber den anderen Ratsmitgliedern nicht zeigen wollte. Andere Pläne lagen in der Sitzung nicht vor.
Night-Rider wird aufrechterhalten
Erneuert wurde die Konvention mit Sales-Lentz betreffend den Busdienst „Night-Rider“. Hier gibt es einige Änderungen. U.a. ist es jetzt möglich, den Bus, der am Wochenende fährt, als Gruppe zu bestellen (wenn man in der gleichen Gemeinde wohnt). Der Tarif wird nach Distanz berechnet. Die Anmeldung soll man nach Möglichkeit on-line machen, ansonsten eine hohe Telefongebühr zu zahlen ist. Die Gemeinde wird indes die Unkosten übernehmen müssen, die entstehen, wenn eine kurzfristige Abmeldung erfolgt. Diese Kosten werden dem Betreffenden aber rückverrechnet. Die Preise für den Erwerb eines Night-Rider-Abos bleiben weiterhin bei 25 Euro für unter 25-Jährige und bei 50 Euro für Erwachsene. Rund 30 Abonnenten zählt der Busdienst in Bissen.
Komplett gestrichen wurden die Bedingungen, die der Gemeinderat für die Käufer von in Baulücken errichteten Einfamilienhäusern und Wohnungen sowie eines Geschäftslokals seinerzeit gestellt hatte. Für die Gebäude, die sich in Zwischenzeit im Rohbau befinden, und die eigentlich zum Selbstkostenpreis verkauft werden sollten, fanden sich aufgrund der festgelegten Sozialkriterien keine Käufer. Nun will man via Immobilienagentur fündig werden. Bürgermeister Schummer meinte, die Lage sei „dramatisch“, da die Häuser inzwischen insgesamt 1,8 Millionen Euro kosteten. Dies verursache ein Loch im Budget, das man nicht einfach so stopfen könne. Die Abstimmung erfolgte mit sieben Ja-Stimmen bei zwei Ablehnungen (Bauer, Saurfeld), dies u.a. weil die beauftragte Immobilienagentur namentlich in der Entscheidung des Gemeinderates erwähnt wurde.
Schulhof und Feldwege werden erneuert
Immerhin stimmte der Gemeinderat aber kurz danach der Erneuerung des Schulhofes der Spielschule und der Maison Relais für 349.680 Euro zu. Dass Kinder keine zehn Bänke und keine Vielzahl an Spielgeräten brauchen, um sich auszutoben, kam keinem in den Sinn.
Einstimmig verabschiedet wurde die Erneuerung von vier Flur- und Waldwegen für insgesamt 153.000 Euro. Die Arbeiten für zwei der Wege (auf Wobierg und am „Millenäcker“) werden 2012 durchgeführt, auf „Peizenäcker“ und auf „Laaschtert“ dann 2013.
Zum Schluss der Sitzung wallte die Stimmung noch einmal hoch, als Rat Lucas sich nach den Plänen der von der Gemeinde errichteten Wohnungen erkundigte. Diese scheinen verschwunden, was Bürgermeister Schummer dazu bewog, dies seinem Vorgänger in die Schuhe schieben zu wollen, was letzterer natürlich weit von sich wies. › m
Gemeinderat Bissen
