LUXEMBURG
MARCO MENG

Japanisches Unternehmen Ispace macht bei SpaceResources.lu mit und plant für Dezember die erste Lunarmission

Im Wirtschaftsministerium wurde am Donnerstag eine Vereinbarung mit dem japanischen Unternehmen Ispace unterzeichnet, das bei der Weltraum-Rohstoff-Initiative teilnimmt.

Nach den beiden US-Unternehmen Deep Space Industries (DSI) und Planetary Resources, an welchem letzteren Unternehmen sich Luxemburgletzten Sommer mit 25 Millionen Euro beteiligte, ist dies nun das dritte Unternehmen, das bei der Initiative mitmacht. Und die Ambitionen der Japaner sind groß: Sie werden in Luxemburg nicht nur ihre Europazentrale eröffnen, sondern auch zusammen mit dem luxemburgischen Forschungsinstitut LIST einen kleinen Massenspektrometer entwickeln, mit dem unter anderem nach Wasservorkommen gesucht werden soll.

Für Ende des Jahres ist sogar die erste Mondmission mit dem von ihnen entwickelten Weltraumroboter geplant. Der Start mit einer indischen Rakete ist für Dezember gebucht, sagte Ispace-Chef Takeshi Hakamada am Donnerstag im Wirtschaftsministerium anlässlich der Unterzeichnung einer Vereinbarung mit dem Staat Luxemburg und einer mit dem Anlagenbauer Paul Wurth. Denn dort im Paul Wurth InCub, der Plattform für Technik-Startups, wird Ispace Europa SA mit vorerst fünf oder sechs Ingenieuren angesiedelt sein. Dorthin werden die Japaner dann auch ihre Technologie eines Weltraum-Erkundungsfahrzeugs verlegen.

Es wird ernst

Wirtschaftsminister Etienne Schneider zeigte sich glücklich, dass das SpaceResources-Projekt, das vor einem Jahr in der internationalen Presse für viel Aufmerksamkeit, aber auch manchen Spott gesorgt habe, nun ernst genommen werde.

Ispace aus Tokio ist bereits mit Paul Wurth sowie der Uni Luxembourg in Kontakt, um unter anderem in den Bereichen Robotik mit diesen zusammenzuarbeiten. Mit dem LIST, das bereits einen Massenspektrometer entwickelte, möchte Ispace diesen weiterentwickeln und ihn kleiner, leichter und kompakter machen - tauglich für Weltraummissionen eben. Dafür erhält Ispace von Luxemburg einen Forschungszuschuss von einer halben Million Euro, wie Wirtschaftsminister Schneider erklärte. Ohnehin wolle Luxemburg künftig enger mit Japan zusammenarbeiten, das einzige Land übrigens, das je Material von einem Asteroiden auf die Erde brachte, wie Schneider erklärte.

Hakamada betonte, dass auch Luxemburgs Forschungslandschaft, der IT- und Space-Sektor und vor allem das im vergangenen November verabschiedete Gesetz ausschlaggebend gewesen seien, hier die Europazentrale zu gründen. Das Gesetz bietet Firmen beim Abbau von außerirdischen Bodenschätzen Rechtssicherheit. Die Spaceresources-Initiative sei der richtige Schritt, um aus Science Fiction für Menschen nützliche Realität zu machen, so Hakamada. „Die Zusammenarbeit mit LIST kann uns helfen, unsere Mission zu verwirklichen.“ Der von LIST entwickelte Massenspektrometer auf dem Rover-Fahrzeug von Ispace könnte auf Asteroiden zum Beispiel auf Rohstoffe und vor allem auf Wasservorkommen untersuchen. Dafür hätte Ispace schon potenzielle Kunden.

Jens Kreisel, Leiter der Materialforschungsabteilung von LIST, sieht in der Kooperation mit Ispace große Möglichkeiten. Das Institut forscht schon seit Jahren auch im Weltraumbereich und hat bereits zehn Projekte mit der Europäischen Weltraumagentur ESA. Nun einen weltraumtauglichen Massenspektrometer in Luxemburg zu entwickeln, etwas, das es bislang nicht gibt, sei faszinierend.

Wie viel Ispace in Luxemburg investieren werde, hänge vom Geschäftserfolg ab, meint Hakamada. Langfristig sollen es im Land 20 bis 30 hochqualifizierte Mitarbeiter sein. Schneider wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es nicht darum gehe, mit dem Projekt kurzfristig Millioneninvestments anzuziehen oder tausende Arbeitsplätze zu Schaffen: „Wir bereiten unsere Zukunft vor, entwickeln neue Modelle für unsere Wirtschaft“, sagte er. Für ihn besteht kein Zweifel, dass Weltraumresourcen ein wachsender Sektor ist, und Luxemburg solle hier „der frühe Vogel“ sein.

Der kompakte Massenspektrometer wird zwar erst in einigen Jahren fertig sein, doch beim Rennen zum Mond will Ispace erster sein. Denn der von Google ausgelobte Lunar X-Prize für das Unternehmen, das als erstes mit einem Fahrzeug 500 Meter auf dem Mond fährt und von dort Fotos schickt, bringt dem Sieger 20 Millionen Dollar ein. Das Fahrzeug hat Ispace schon entwickelt, es wiegt zwei Kilogramm und soll nach Willen von Wirtschaftsminister Schneider dann im Dezember auch die Aufschrift „Let’s make it happen“ tragen.