LUXEMBURG CLAUDE KARGER

Das „Lycée Josy Barthel“ in Mamer feiert 2013 sein 10. Jubiläum

Farbe und Natur in die tristen Betonmauern reinbringen. Eine der Herzensangelegenheiten von Claude Christnach, an der seine Faszination für die Biologie einen maßgeblichen Anteil hat. So haben der jüngste Lyzeums-Direktor des Landes und sein Team das Programm „Feel Cool at School!“ auf den Weg gebracht, bei dem gemeinsam mit den Schülern die Lebensqualität im Gebäude verbessert werden soll.

In den letzten Jahren hat deshalb so manche Klasse kräftig Hand angelegt, um die grauen Wände in bunte Kunstwerke zu verwandeln.

Ein Campus mit 5.000 Schülern

„Die Lebensqualität und die Förderung des Zusammenlebens in unserem multikulturellen und vielsprachigen Lyzeum ist uns sehr wichtig“, unterstreicht Christnach, dem 2011 die Leitung des LJBM anvertraut wurde.

Die gleiche Zielsetzung verfolgt die Lyzeumsleitung auch im Hinblick auf die neue Europaschule, die zur „Rentrée“ ihre Pforten auf dem Areal am Fuße des „Tossebierg“ öffnete, das sich nun zu einem echten „Campus“ entwickelt hat, wo täglich fast 5.000 Schüler, Professoren und Eltern verkehren.

Vor 10 Jahren traf sich die zwölfköpfige „Cellule de Pilotage“ für das LJBM noch in einem Baucontainer, um das Projekt auf die Schienen zu setzen.

Claude Christnach, der von Anfang an dabei war, erinnert sich gerne an die „Pionierstimmung“, die damals zwischen den meist jungen Professoren herrschte.

„Wir haben viel versucht in den ersten Jahren und niemand hat uns drein geredet“. Die Pionierstimmung ebbte auch nicht ab, nachdem das LJBM zur „Rentrée“ 2003/2004 seine Türen öffnete.

Gut vorbereitet für die Reform

Nicht nur hat das Lyzeum sein Angebot im Lauf der Jahre auch auf die höheren Klassen des klassischen Sekundarunterrichts ausgedehnt, sondern bietet mittlerweile auch BTS-Kurse an: Hier wurden auch Pilotprojekte durchgeführt, beispielsweise in Sachen kompetenzorientierte Bewertung.

„Wir sind gut vorbereitet, um die Sekundarschulreform umzusetzen“, sagt Claude Christnach, der sich nach der Aufregung um die Reform etwas mehr Ruhe und Objektivität in der Diskussion um diesen wichtigen Schritt wünscht, der seiner Meinung zufolge ganz genau nicht nur auf den Mehrwert für alle Beteiligten, sondern auch auf die praktische Durchführbarkeit geprüft werden muss. Genug zu tun hat Claude Christnach auch ohne die großen Reformen. Gerade wird etwa an einem neuen „Projet d’établissement“ gearbeitet, bei dem es um die Leseförderung geht.

Eine permanente Baustelle ist die Verbesserung der Dienste für die Schüler, vom Transport über die Verpflegung bis hin zu Nachhilfestunden und der Planung von Kontakten zwischen den Schülern und Spezialisten aus den Gebieten, die sie besonders betreffen.

„Mit beiden Füßen auf dem Boden“

Das mögen Profis aus dem Berufsstand sein, in den sie später einmal eintreten möchten, Autoren, Künstler, Ratgeber in Sachen sexuelle Aufklärung, Konfliktbewältigung oder Suchtprävention.

Wobei es im LJBM kein „Drogenproblem“ gibt, weist Claude Christnach im Gespräch die Bezichtigungen des Vaters von Schülern aus der Europaschule zurück, der sich sogar juristisch gegen die Einschulung seiner Kinder in der Europaschule Mamer wehrt.

„Wir stehen mit beiden Füßen auf dem Boden und tun unser Möglichstes für den Erfolg unserer Schüler und ihr Wohlbefinden“, unterstreicht der LJBM-Direktor abschließend.