LUXEMBURG
SVEN WOHL

Sven Clement und Jerry Weyer machen sich selbstständig als „Digital Communication“-Berater

„Social Media? Brauchen wir nicht!“ Diesen Satz hört man in den Chefetagen luxemburgischer Unternehmen mittlerweile nur noch ganz selten. Darüber freuen sich auch Sven Clement und Jerry Weyer, die mit ihrem Start-Up „Clement & Weyer“ ein klares Ziel vor Augen haben: Sie bieten Beratung in Hinblick auf digitale Strategien an. Beratung, die oft bitter notwendig ist.

Antwortpflicht

Wie zum Beispiel bei der CFL, die hier als ein Negativbeispiel angeführt wird. Die zuletzt eingestürzte Brücke gilt für die beiden als ein Musterbeispiel gescheiterter digitaler Kommunikation. Da die CFL weder auf Facebook noch auf Twitter zu finden sei, hätte sie nicht nur die Kontrolle über den Diskurs verloren, sondern auch die Offline-Informationspolitik sei quasi nicht vorhanden gewesen, sodass alle Medienhäuser etwas anderes verbreitet hätten. Kritik gab es daraufhin auf den sozialen Medien zur Genüge. Dabei hält Jerry Weyer klar fest: „Allein die Tatsache, dass man etwas antwortet, reicht um die Stimmung zu kippen.“ Er erkennt aber gleichzeitig auch eines der größten Probleme, das die Herangehensweise an die sozialen Medien in Luxemburg prägt: „Die Risiken der sozialen Medien werden oft überbewertet!“

Als eine Art dritter Schirm betrachten Sven Clement und Jerry Weyer die sozialen Medien. Ihre Aufgabe als Digital Communication Berater ist es dabei nicht, sich selbst hinter das Ruder der Social-Media-Feeds zu setzen und diese zu übernehmen, sondern als Projekt-Manager ganze Kampagnen zu managen. Dabei ist es für beide wichtig, alle „Sprachen“ zu sprechen: „Wir reden auch die Sprache der Grafiker oder der Drucker“, so Sven Clement. Dabei geht es ihnen nicht darum, ein Komplettpaket anzubieten, sondern gegebenenfalls Brücken zu spezialisierten Agenturen für Offline-Inhalte zu bauen. Was das Digitale angeht, sind sie jedoch selbst die Spezialisten: Immerhin kommen die beiden zusammen auf zehn Jahre Erfahrung mit den verschiedenen sozialen Netzwerken.

Rote Linien

Der Elefant im Raum war natürlich der politische Prominentenstatus der beiden und wie sich dieser auf ihr Unternehmen auswirkt. „Ich habe persönliche rote Linien“, erklärt Sven Clement auf die Frage hin, welche Firmen denn aufgrund ihrer Beteiligung an der Piratenpartei Luxemburgs tabu wären. Andere politische Parteien wären natürlich von vorne herein ausgeschlossen, unter anderem da man im Rahmen einer solchen Arbeit an Informationen gelangen würde, die nicht mit der anderen Funktion vereinbar wären. Für die katholische Kirche könnte man aber schon arbeiten, das hänge jedoch vom Thema ab. So wäre der Präsident der Piratenpartei, Sven Clement, durchaus bereit, eine Kampagne für diese Organisation zu leiten, sofern er diese auch mit seinen eigenen Ansichten vereinbaren könnte. Eine Kampagne für den SREL zu leiten lehnt er jedoch von vorne herein ab. Auf die Frage hin, wie reibungslos die Firmengründung denn verlaufe, brach Gelächter aus. Widersprüchliche Informationen, grobe Übersetzungsfehler und teils nicht mehr aktuelle Informationen würden den Prozess unnötig verzögern und erschweren, stellten die beiden fest.


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