LUXEMBURG
CORINNE CAHEN, FAMILIEN- UND INTEGRATIONSMINISTERIN

„Eng Mamm ass eng Mamm. Egal ob se niert oder net. An egal wou se schafft“, twitterte am Montag Familien- und Integrationsministerin und DP-Präsidentin Corinne Cahen nach einer RTL-Reportage über Ungleichheiten beim Anspruch auf Mutterschaftsurlaub zwischen Frauen, die im Privatsektor arbeiten und solchen, die im öffentlichen Dienst arbeiten. Eine Diskrepanz, die es also auszumerzen gilt? Corinne Cahen spricht Klartext.

„Natürlich gilt es, diesen Unterschied zu beheben und jede Mutter gleichzustellen, was den Anspruch auf Mutterschaftsurlaub anbelangt. Allgemein sollten die Sonderurlaubstage im Privatsektor und im öffentlichen Dienst angeglichen werden und für alle gelten.

Denn es geht bei diesen ‚Urlauben‘ um sehr viel. Die Wortwahl hat mich übrigens immer ein wenig gestört, denn ich weiß aus eigener Erfahrung als Mutter, dass die freien Tage, von denen wir sprechen, alles andere als geruhsam sind. Sie sollen vor allem eines ermöglichen: Dass die Eltern die notwendige Zeit bekommen, um sich um ihr Kind zu kümmern und eine starke Bindung mit ihm aufzubauen.

Dafür habe ich mich schon vor meiner politischen Tätigkeit stets eingesetzt. Diese Regierung hat vieles in die Wege geleitet, damit Eltern ihr Berufs- und Privatleben besser miteinander vereinbaren und folglich auch mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen können. Wir haben beispielsweise den Elternurlaub flexibler gestaltet und den finanziellen Ausgleich erhöht. Dadurch können es sich mehr Eltern, allen voran die Väter, erlauben, den Elternurlaub in Anspruch zu nehmen.

Wir haben jüngst dafür gesorgt, dass Mütter nach der Entbindung Anspruch auf zwölf Wochen Mutterschaftsurlaub erhalten, unabhängig davon, ob sie ihr Baby stillen oder nicht. Ich fand es nämlich schon immer anmaßend, dass der Staat sich erlaubt Frauen vorzuschreiben, wie sie ihre Kinder ernähren sollen und von ihnen einen Beweis verlangt, dass sie ihre Kinder stillen. Dies gehört nun endlich der Vergangenheit an. Diese Regierung ist auch den Vätern entgegen gekommen, indem sie den Vaterschaftsurlaub seit Anfang dieses Jahres von zwei auf zehn Tage verlängert hat. 

Es ist in der Tat zurzeit so, dass die neuen Regelungen lediglich für den Privatsektor gelten. Die DP ist jedoch der Meinung, dass die Ausdehnung des Mutterschaftsurlaubs auf 20 Wochen für ALLE Frauen gelten soll, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Dienst. In diesem Sinne zeigt sich auch der Minister für den öffentlichen Dienst und die Verwaltungsreform, Dan Kersch, zuversichtlich, dass die Anpassung des Mutterschaftsurlaubs im öffentlichen Dienst in Zusammenarbeit mit der Staatsbeamtengewerkschaft CGFP geregelt werden kann.“