LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Sopranistin Stephany Ortega leitet zur Zeit eine Masterclass in Saarburg

In den Sommermonaten die Schulbank drücken? Für viele Pennäler und Studierende eher eine Qual, da sie keine andere Wahl haben. Sei es um den Stoff eines Schulfaches für eine Zusatzklausur aufzuarbeiten oder aber um in einem Blockseminar eine Fremdsprache zu pauken. Aus freiwilligen Stücken setzen sich demnach die wenigsten Jugendlichen von Mitte Juli bis Mitte September in Kurse oder Seminare. Bei jungen Musikstudierenden gehört es allerdings zum guten Ton in der vorlesungsfreien Zeit die eigenen Fähigkeiten in Sommerseminaren und Masterclass-Kursen zu perfektionieren. Die luxemburgische Sopranistin Stephanie Ortega hat selber als Studentin an Masterclass-Programmen teilgenommen und wechselt nun, als etablierte Künstlerin, die Seiten, indem sie zur Zeit bei der am vergangenen Samstag gestarteten „Saarburger Serenaden“-Veranstaltung (siehe Kasten) Diktion-Kurse für Musikschüler aus der ganzen Welt hält. Sie habe es immer geschätzt, an den Masterclass-Kursen teilzunehmen, da man in diesen in relativ kurzer Zeit viel gelernt habe, erinnert sich die Musikerin, die sich nicht nur im Klassik-Genre zuhause fühlt. Als Studentin habe sie sich immer selber auf die Suche nach Masterclass-Angeboten gemacht und stets versucht, ihre beste Leistung in den Kursen abzurufen, so Ortega weiter.

Unterricht mit bis zu 15 Schülern

Als Kursleiterin steht für sie heute der pädagogische Aspekt dieser Crashveranstaltungen im Mittelpunkt. In Saarburg musste Ortega ihre Arbeitsweise den Abläufen der Masterclass anpassen. Mit ihren Studenten im Konservatorium des Norden ist sie es gewohnt individuell zu arbeiten, in Saarburg gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrung an eine Gruppe weiter, die sich aus bis zu 15 Musikern zusammensetzt. Nach 45 Minuten Gruppenunterricht verabschieden sich die jungen Teilnehmer in Einzelkurse, um ihre Stimme zu perfektionieren. Während des Gruppenunterrichts werden schon die einzelnen Schwächen und Fortschritte der teilnehmenden jungen Sänger und Sängerinnen angesprochen und diskutiert; die Kursleiterin aus Luxemburg besucht jedoch auch die Einzelproben ihrer Schüler, um mit ihnen dort das Gespräch zu suchen und so die einen oder anderen Details zu besprechen.

Stephany Ortega arbeitet in Saarburg nicht nur in einer mittelgroßen Gruppe, sondern muss in der Lage sein, sich binnen sehr kurzer Zeit ein Gesamtbild der Teilnehmergruppe sowie der einzelnen Musiker zu machen. Da die Kurse sich nur über eine Dauer von zehn Tagen erstrecken und die Zeit, in der die Dozentin ihre Schüler unterrichtet knapp bemessen ist, muss Stephany Ortega ein gutes Auge, bzw. Ohr für die Stärken und Schwächen der jungen Sängerinnen und Sänger haben. Dies umso mehr, da das Niveau, auf dem sich die jungen Musiker bewegen, von Schüler zu Schüler variieren kann. Ihr Ohr sei aber so gut geschult, dass sie sehr schnell die Schwächen der Sänger heraushöre, erklärt Stephany Ortega, die demnächst ein neues Projekt mit Pierre Kremer auf die Konzertbühne bringt. In Saarburg gibt Stephanie Ortega ausschließlich Diktion-Kurse; auf der Bühne wird sie nicht zu sehen sein.


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