VIANDEN
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„Les Amis du Château de Vianden“ - Rückgang der Besucherzahlen soll gestoppt werden

Während der Generalversammlung der Viandener Schlossfreunde wusste Vizepräsident Jean Berg von rückläufigen Besucherzahlen zu berichten, 148.364 Besucher 2012 gegenüber 155.155 im Jahre 2011. Dies bedeutet einen Rückgang von immerhin 6,79 %. Auch wenn die Hofburg weiterhin das meistbesuchte Baudenkmal des Landes ist, so gibt der kontinuierliche Rückgang seit 2002, als fast 200.000 Besucher gezählt wurden, den Schlossfreunden zu Denken. Um dem entgegenzuwirken will man in den kommenden Jahren die Attraktivität des Schlosses durch mehrere Aktionen erhöhen.

Entscheidung über Weltkulturerbe-Status fällt im Juni

Die Ernennung des Schlosses und des Stadtbildes des mittelalterlichen Ortes als Weltkulturerbe könnte ein entscheidender Schub in dieser Richtung bedeuten. In dieser Liste werden Kultur- und Naturgüter, die unter dem Schutz der UNESCO stehen, aufgeführt. 1972 wurde die Internationale Konvention zum Schutz des Kultur-und Naturerbes der Welt verabschiedet, deren Aufgabe darin besteht, eine Liste der Objekte zu erstellen, die von außergewöhnlicher und universeller Bedeutung sind und deren Schutz in der Verantwortung der ganzen Menschheit liegt. Inzwischen gibt es weltweit 962 Weltkulturerbe-Stätten in 157 Länder, darunter die Festungsstadt Luxemburg.

Seit 1993 war Vianden auf einer Vorschlagsliste. 2010 wurde dann ein Komitee unter der Leitung von Paul Hoffmann gebildet um die aufwendigen Unterlagen für die Bewerbung zusammenzustellen. Ende 2011 wurden diese an die UNESCO weitergeleitet. Nach einigen Ergänzungen konnte die endgültige Bewerbung im Februar vergangenen Jahres eingereicht werden. Nach dem Besuch eines UNESCO-Experten und nach der Einreichung einiger Zusatzinformationen wird in der Generalversammlung des Welterbekomitees, das sich aus 21 Vertretern der 185 Vertragsstaaten zusammensetzt, Ende Juni 2013 in Phnom Penh über die Aufnahme entschieden. Inzwischen haben die Schlossfreunde das Außenministerium eingeschaltet um auf internationaler Ebene die Bewerbung zu unterstützen. Eine Aufnahme in den illustren Kreis der Weltkulturerbe-Stätten würden jedenfalls für Stadt und Schloss Vianden neue Dimensionen eröffnen.

Neues im Schloss

Weiter kündigte Präsident René Steichen eine Reihe von Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität an: Die Fertigstellung der Cafeteria mit Verkaufskiosk Mitte dieses Jahres. In einer zweiten Phase soll im gleichen Anbau ein Informationszentrum für die Besucher eingerichtet werden. Auch werden 2013 mehrsprachige „Audio-Guides“ für interessierte Gäste eingeführt. Im Laufe des Jahres wird der Lastenaufzug durch einen Personenaufzug ersetzt. Daneben werden Durchforstungsarbeiten rund um das Schloss durchgeführt und die Schlossbeleuchtung erneuert.

Auch im Veranstaltungsprogramm gibt es einige interessante Neuerungen. So wird das traditionelle Bücherfest im September nicht mehr in der Oberstadt sondern im Schloss stattfinden. Das beliebte Mittelalterfest das immerhin 25.000 Besucher anzieht wird weiter ausgebaut, genau so wie der Karikatur und Cartoon Salon im Mai und das „International Music Festival & School“ im August. Die „historische Weihnacht“ findet wegen rückläufiger Besucherzahlen nicht mehr statt. Der Kassenbericht schließt mit einem Bonus ab, der Ertrag wird ausschließlich für Arbeiten im Schloss verwandt. Zum Schluss der Generalversammlungen gab der Verantwortliche des Denkmalschutzes Jean Jacques List einige Erklärungen zu den laufenden Restaurationsarbeiten.
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