LUXEMBURG
JEFF KARIER

Interview mit Thierry Schmitz, dem Betreiber von TS-Fitness

Thierry Schmitz ist Personaltrainer, aber nicht in einem der vielen Fitnessstudios des Landes. Er ist selbständig. In der Garage seines Hauses in Eischen hat er sich ein kleines Fitnessstudio eingerichtet, das nahezu keine Wünsche offen lässt. In einem Gespräch bei ihm Zuhause erzählt er von seinem Werdegang und seinen Erfahrungen im Job.

Warum haben Sie sich für den Beruf des Fitnesstrainers entschieden?

Thierry Schmitz Sport war schon immer meine Leidenschaft. Ich habe selbst viel Sport getrieben und wusste, dass ich auch Beruflich etwas im Bereich Sport machen will. Ich bin deswegen nach Saarbrücken gegangen um dort Sportwissenschaften zu studieren. Ich habe das Studium dann auch mit einem Master sowie Spezialisation in den Bereichen Leistungssport sowie Bewegungs- und Sporttherapie abgeschlossen und habe dann hier in Luxemburg angefangen als Fitnesstrainer zu arbeiten.

Hatten Sie damals schon ein eigenes Studio?

Schmitz Sozusagen. Als mein Bruder Zuhause ausgezogen ist, habe ich mir in seinem alten Zimmer ein kleines Fitnessstudio eingerichtet. Anfangs hatte ich nicht viele Trainingsgeräte. Ich glaube, die ersten Sachen die ich mir gekauft hatte, waren Hanteln von eins vier fünf Kilo, eine Trainingsmatte und Medizinbälle. Das habe ich mir damals alles noch in Sportgeschäften gekauft. Seitdem ich in meine eigenen vier Wände gezogen bin, habe ich jetzt mehr Platz für Geräte und habe dadurch jetzt neben dem Kraftbereich auch einen Ausdauerbereich fürs Training.

War der Einstieg schwer?

SchmitzNicht wirklich. Ich hatte recht schnell die ersten Kunden, obwohl ich nur eine Facebook-Seite hatte. Mir wurde auch schnell klar, dass mir der Job als Fitnesstrainer wirklich Spaß macht. Das Arbeiten mit den Leuten, die motiviert und Lust haben am Training ist toll. Ich arbeite aber außerdem noch als Sportlehrer im „Atert Lycée“ in Redange. Das schöne ist, dass sich beide Jobs gut ergänzen. Aktuell habe ich ungefähr ein Dutzend Kunden. Das sind nicht nur Leute die abnehmen wollen, sondern auch Menschen über 70 und junge Sportler, die an ganz spezifischen Dingen wie Beweglichkeit oder Koordination arbeiten wollen.

Haben Sie eigentlich mal mit dem Gedanken gespielt bei einem Fitnessstudio als Fitnesstrainer zu arbeiten?

Schmitz Das kam für mich nie in Frage. Auch wenn ich in verschiedenen Studios Praktika gemacht habe, wie etwa bei „Domaine Thermal“ in Bad Mondorf, oder im Reha-Zentrum in Kirchberg. Beide Praktika waren für mich sehr interessant. Denn in Bad Mondorf hatte ich es eher mit Freizeitsportlern zu tun und im Reha -Zentrum eben mit Reha Patienten, was etwas komplett anderes war. Das Praktikum das mir aber am besten gefallen hat, war das bei der U23-Mannschaft von Borussia Mönchengladbach. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht, da die Jungs beim Training bis an ihre Grenzen gingen. Ich dort sehr viel gelernt.

Ich wollte aber zu Anfang eine eigene Firma gründen und hatte mir dazu auch einen Termin bei der „Chambre du Comerce“ geben lassen. Ich hatte mich dann mich doch dazu entschlossen erstmal als Selbstständiger Personaltrainer zu arbeiten.

Beschreiben Sie kurz wie ein Training bei ihnen aussieht?

Schmitz Bevor das eigentliche Training beginnt, treffe ich mich mit dem Kunden bei ihm Zuhause, hier bei mir oder eben dort wo es für den Kunden am besten passt. Wir gehen dann gemeinsam einen Fragebogen durch, in dem ich für mich wichtige Punkte abfrage, wie etwa ob eine alte Verletzung besteht, gesundheitlich Probleme vorliegen und vor allem was seine Ziele sind. Der Kunde kann mir ebenfalls Fragen stellen und wenn er beschließt das Training mit mir zu beginnen, dann treffen wir uns für das eigentliche Training. Das beginnt dann zum Beispiel mit etwas Cardio um uns aufzuwärmen. Danach folgen sechs bis zehn Übungen, die ich auf den Kunden und seine Ziele abgestimmt habe. Oft wollen die Leute zu viel und übernehmen sich. Ich will, dass meine Kunden ehrlich zu mir sind wenn sie Schmerzen haben oder es ihnen zu viel wird. Auch wenn das Training anstrengend sein soll, soll das Training vor allem Spaß machen. Und falls eine Übung mal zu schwer ist, passe ich sie an, denn es gibt nichts Frustrierenderes als eine Übung die man einfach nicht schafft. Und am Ende der Trainingsstunde wird sich noch gedehnt.

Was denken Sie denn über die ganzen Fitnessketten wie McFit und Co?

Schmitz Solche Fitnessketten sind in meinen Augen eine gute Sache für die Leute, die wissen, wie man an den jeweiligen Geräten trainiert. Für mich zum Beispiel wäre solch ein Fitnessstudio toll. Ich gehe rein, habe dort eigentlich alle Geräte, die ich brauche und mach mein Training. Ich weiß aber von einigen die solche Fitnessstudios nutzen, dass die oft sehr voll sind. Besonders während der Rush-Hour gibt es wohl teilweise Warteschlangen an den Geräten. Und es sind einfach nicht genug Trainer vor Ort, um den einzelnen bei seinem Training zu unterstützen oder bei Fragen oder Problemen jedem zu helfen. Für Anfänger sind solche Studios in meinen Augen nichts. Und dann kommt noch hinzu, dass man in einem großen Fitnessstudio in dem viele Leute sind, sich Anfänger auch oft schwer tun, unsicher sind in dem was sie tun. Das ist so, als wenn ich in ein Musikgeschäft gehen würde und kein Instrument spielen kann. Würde ich dann aber auf dem Klavier anfangen herum zu klimpern und alle um mich herum würden mich verdutzt anschauen und denken: „Was zur Hölle macht der da?!“ Daher kann ich mir gut vorstellen, dass viele Leute einen Bogen um diese Fitnessstudios machen oder nach kurzer Zeit aufhören.


Weitere Informationen finden Sie unter www.tsfitness.lu