LUXEMBURG
LJ

Resultate der „Tripartite Sidérurgique“ mit positiver Bilanz

Die Stahlkrise wirkt überstanden, weshalb die Stahlwerke und die Industrie Luxemburgs die Hilfen nicht mehr zur Absicherung brauche. Aus diesem Grund einigten sich die Partner der Industrie, der Regierung und der Sozialvertreter darauf, die Hilfsleistungen zurück zu fahren und gemeinsam in einen stärkeren Sektor und bessere Arbeitsplätze zu investieren.

„Dieses neue Abkommen hat zwar etwas gedauert und war außerdem anstrengend“, erklärte Arbeitsminister Nicolas Schmit am gestrigen Montag. „Es zeigt aber auch, dass der Sozialdialog immer noch funktioniert, wenn es darauf ankommt.“ Gerade jetzt, da der Stahlsektor eigenen Aussagen zufolge wieder zu einer normalen Betriebsphase zurückkehre, sei es deshalb wichtig gewesen zu verstehen, dass bestimmte Mechanismen „nicht mehr gebraucht werden und besser durch andere Maßnahmen ersetzt gehören“, sagte Schmit. Dazu gehöre beispielsweise das Mittel der Frühpension oder der „Cellule de Reclassement“, für die Änderungen vorgesehen sind.

Absicherung bis 2019

So sei es dem Stahlsektor hoch anzurechnen, dass er ohne größere Massenentlassungen durch seine Krise gekommen sei. Roland Bastian, CEO von ArcelorMittal in Luxemburg, meinte hierzu jedoch: „Der Stahlsektor hat so starke Fluktuationen wie noch nie. Die harten, mageren Zeiten sind kürzer als früher - aber die fetten Zeiten auch.“ Deshalb sei er froh, dass sich in dem neuen Abkommen für Maßnahmen wie der Kurzarbeit keine Sonderlösung eingefunden habe, sondern die Stahlindustrie ebenfalls davon profitieren könne. Derzeit versuche man deshalb auch, wieder einzustellen. „Das muss auch wieder eine Option für Arbeitssuchende werden“, meinte Schmit und verwies auf die Aufgabe der ADEM, entsprechend qualifizierte Arbeiter zu vermitteln. Neue Ausbildungsplätze soll es auch geben: 15 neue Lehrlinge sollen pro Jahr gesucht werden, fünf weitere Stellen könnten pro Jahr in der Administration entstehen. „Wir tun uns aber schwer, Kandidaten zu finden“, bedauerte Bastian. „Obwohl wir hier eine solide Ausbildung bieten und die Chancen auf eine spätere Einstellung sehr hoch sind.“ Man bilde nicht umsonst aus, sondern stecke Jahr um Jahr 30 Millionen Euro in den Standort. Das hoch gesteckte Ziel: Die (Jugend-)Arbeitslosigkeit reduzieren. Was die Maßnahme der Beruflichen Wiedereingliederung (CdR) betreffe, so wird es eine einfache Lösung geben: „Das Programm wird auslaufen, neue Fälle wird es keine geben“, wie Schmit versicherte. Schon seit Dezember 2016 wurden deshalb keine neuen Menschen in das Programm übergeben. Sonderfrühpensionen, wie sie seit der ersten Stahlkrise 1977 bestehen, wird es nicht mehr geben - mit einer Ausnahme: Eine „Préretraite Solidarité“ für die Jahrgänge 1960 und 1961, die in den kommenden Monaten schrittweise in den Ruhestand gehen sollen. „Wir schaffen klare Umstände; das ist auch im Interesse der bislang betroffenen Arbeiter“, sagt Schmit.

„Das soll ein Signal sein: Die Stahlindustrie ist eine Industrie wie jede andere auch“, betont Schmit. 2019 werde man sich wieder einfinden und hoffentlich eine positive Bilanz der Maßnahmen ziehen.