LUXEMBURG
SVEN WOHL

Englischsprechende haben es schwer Luxemburgisch zu lernen - Doch Hilfe wird im Internet geboten

Einige Missstände bemerkt man erst dann, wenn man sich selbst in ihnen befindet: Als der Ehemann von Liz Wenger nach Luxemburg zog, wollte er sofort Luxemburgisch lernen. Doch sie mussten schnell feststellen, dass die Sprachkurse überfüllt waren und sie zu viel Geld und Zeit kosten würden. „Als wir die Angelegenheit selbst in Angriff nehmen wollten, mussten wir feststellen, dass es für englischsprachige Menschen praktisch keine Ressourcen gibt“, erzählte Liz Wenger, die ein „Zertifikat Lëtzebuerger Sprooch a Kultur“ besitzt, im „Journal“-Interview. Doch so schnell wollte sie nicht aufgeben und begann vor zwei Jahren mit dem Schreiben eines Buchs, das sich an genau diese Zielgruppe richtet. Doch mit einem Buch reicht es nicht, die Sprachoffensive wird multimedial gefahren.

Differenzierte Herangehensweise

Startpunkt für jeden Interessierten ist die Internetplattform LearnLuxembourgish.com. Von hier aus kommt man sowohl auf den Blog als auch auf die Präsenzen auf den Sozialen Medien. Dabei sind die Inhalte natürlich aufeinander abgestimmt: „Auf den sozialen Medien (Facebook, Twitter, Google+) veröffentliche ich jeden Tag kurze luxemburgische Sätze oder Ausdrücke zusammen mit ihrer englischen Übersetzung.“ Auf dem Blog setzt Liz Wenger allerdings auf tiefergehende Informationen. „Hier kann ich Luxemburgisch ausführlicher erklären und auf Probleme hinweisen, die viele Englischsprechende haben“, erklärt Liz Wenger.

Dabei wird auch auf die Emotionen der Leser zugegangen: „Ein wichtiger Punkt des Blogs ist es, den Leuten die Angst zu nehmen, als Erwachsene noch eine Sprache zu lernen.“

Dass sie aktuell hauptsächlich das Internet einsetzt, hat natürlich den Vorteil, dass sie immer die Resonanz ihrer Artikel im Auge hat. So sieht sie, dass auf Facebook und Twitter nicht nur Ausländer die Sprache lernen möchten, sondern auch viele Luxemburger ihre Beiträge verfolgen, um so besseres Luxemburgisch zu schreiben. Auf jeden Fall sieht sie die Social Media als eine großartige Chance, die Menschen zu erreichen: „Die sozialen Medien sind wie ein großes Megaphon, mit dem man die Welt „Willst du Luxemburgisch lernen?“ fragen kann“, meint Liz Wenger. Die Resonanz zeigt, dass Interesse besteht, denn einige Artikel erhalten auf Facebook bis zu 1.600 Likes, während die Besucherzahlen dadurch um 10.000 steigen können. Auch die Expat-Gemeinde ist bereits auf die Seite aufmerksam geworden.

Neue Nähe

Anfang 2015 soll dann auch endlich das Buch, das bereits seit 2012 in Arbeit ist, erscheinen. Das Ziel des Buches deckt sich dabei mit der Online-Strategie: Mit einfachen Begriffen und Beispielen wird das Luxemburgische dem englischsprachende Publikum näher gebracht.

Da sich das Buch nicht nur an englische Muttersprachler, sondern auch an all jene, die dessen nur als Zweit- oder Drittsprache mächtig sind, richtet, ist die Sprache dementsprechend einfach gehalten.

Die Internetpräsenz wird natürlich beibehalten, wobei sich am Ziel nichts ändern wird: Die luxemburgische Sprache und Kultur soll möglichst vielen Menschen ein Stück näher gebracht werden.


Mehr Informationen finden Sie auf

learnluxembourgish.com