PARIS
CHRISTIAN SPIELMANN

Zirkusmusical „Timéo“ im „Casino de Paris“

Theater- und Fernsehregisseur Alex Goude wollte das Theater mit einer Kombination aus Zirkus und Musical revolutionieren. In Zusammenarbeit mit dem Texter Jean-Jacques Thibaud und Komponist Julien Vallespi entstand die „Circomédie Musicale“ „Timéo“, die im „Casino de Paris“ zu sehen ist.

Auf der Suche nach einem Idol

Timéo (Mathias Raumel, alternierend mit Benjamin Maytraud) sitzt im Rollstuhl und sein großes Idol ist die Zirkusartistin Melody Swann (Ofélie Crispin). Er schleicht sich zu den Proben in den Zirkus „Diabolo“, wo er der Seiltänzerin Lilou (Florence Peyrard) begegnet. Zirkusdirektor Loyal (Mikelangelo Loconte) will keine ungebetene Zuschauer, lässt sich aber durch Timéos Handicap erweichen. Der Junge lernt unter anderem die Clowns Pile (Djamel Mehnane) und Face (Simon Heulle) kennen sowie den Zauberer Illuzio und seinen Klon (Adrian und Joris Conquet), die Hundedresseurin Dhalia (Véronique Sévère), die Fakirin Hindira (Salomé Hadjadj), den Feuerschlucker Astéros (Sébastien Lavalette) und den Dompteur Anthony (James Noah). Nur Melody begegnet er nicht, denn sie ist verschwunden. Ein von den Clowns gefundener Brief lässt darauf schließen, dass Loyal etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hat. Doch warum würde er sein Zugpferd entführen?

Effektreiche Zirkusarena

In erster Linie ist „Timéo“ eine Show mit flotten Liedern, artistischen Einlagen und ein paar netten Tanznummern von Johan Nus. Die Show beginnt mit dem Song „Et je me love“, bei dem Melody eine Trapeznummer in weißen Tücher darbietet. Die Bühnenbilder, wie das Zirkuszelt und die Arena, werden auf den Hintergrund projiziert. Verschiedene Songs werden durch animierte Clips untermalt, wie „Le rêve interdit“, wo Timéos Träume dargestellt werden.

Unterlegt durch Techno

Des Weiteren verdoppelt sich der Zauberer Illuzio in einer Zaubernummer, und Dahlia hantiert auf eindrucksvolle Art und Weise mit Laserstrahlen zu dem Techno-Song „Femme électro“. Ben (Jérémy Charvet) auf Rollschuhen und seine zwei Kumpel, einer auf einem Skateboard und einer mit einem BMX-Fahrrad, zeigen Timéo mit ihrer rasanten Fahrkünsten auf eine gemeine Art, wie frei sie sind, und dass sie nie Freunde werden können. Doch alle im Zirkus unterstützen Timéo in seinen Träumen. Hindira meint gar am Anfang des zweiten Akts „Être différent, c’est normal“ und zeigt mit Schattenspielen, dass aus Fingern alles Mögliche werden kann. Eindrucksvolle Akrobatik am Trapez zeigen Herr und Frau Tarzanov (Sylvain Rigault und Anako Gaudin), die Eltern von Lilou, zum Song „Danser sur le soleil“.

Die meisten Sänger und Sängerinnen hatten keine Erfahrungen mit dem Zirkusleben und mussten ihre Nummern in harter Arbeit erlernen. Während Mathias Raumel seit seinem vierzehnten Lebensjahr im Rollstuhl sitzt, leidet Benjamin Maytraud an einem essentiellen Tremor.

Eine wirklich ergreifende oder originelle Geschichte erzählt „Timéo“ zwar nicht, aber die Symbiose der Lieder mit den einzelnen artistischen Nummern ergibt doch eine einzigartige Show.


Weitere Informationen und Tickets unter www.timeo-lespectacle.com