STELLA FALKENBERG

Vor rund einem Jahr gründete sich der Verein „Dageselteren Network asbl“, um für die stärkere Anerkennung der Leistung von Tageseltern zu kämpfen, aber auch um seine Mitglieder und die Eltern besser darüber zu informieren. Anlass war auch die Petition 595, welche die Egalisierung der bislang unterschiedlichen Zuzahlungen beim Chèque Service forderte, die Eltern je nach Lösung für die Betreuung ihrer Kinder erhalten. Präsidentin Stella Falkenberg über die Entwicklung der Aktivität, die heute etwa 700 Menschen in Luxemburg ausüben.

„Unsere Vereinigung entwickelt sich prima, denn wir zählen heute um die 140 Mitglieder - beim Start des Netzwerks vor einem Jahr waren es um die 30. Der Austausch, der neben regelmäßigen Treffen vor allem durch die Plattform im Netz und in den Sozialen Medien gefördert wird, entwickelt sich auch sehr gut, was nicht nur für die Tageseltern an sich, sondern auch für die Eltern einen deutlichen Mehrwert an Informationen mit sich bringt.

Sicher, wir sind mit dieser Mitgliederzahl für das Ministerium noch nicht repräsentativ für unseren Bereich. Wir freuen uns aber darüber, dass wir uns in regelmäßigen Abständen mit den für die Kinderbetreuung zuständigen Stellen austauschen können. Ein solcher Austausch ist wichtig, denn schließlich möchte der Staat eine hochqualitative Betreuung auf allen Ebenen und auch die Tageseltern sind integraler Teil dieser Bemühungen, auch wenn sie leider verschiedentlich noch als ‚Notstopfen‘ angesehen werden, wenn es Engpässe in öffentlichen oder privaten Betreuungsstrukturen gibt.

Die staatlich zugelassenen Tageseltern brauchen eine solide Ausbildung und müssen sich auch ständig weiterbilden, um ihrer Aufgabe und ihrer Verantwortung, die sie ganz alleine tragen und bei der eine große Flexibilität verlangt wird, nachkommen zu können. Die Kosten tragen sie auch weitestgehend selbst. Auch müssen sie ihre Privaträume, die durch das Ministerium vorab besichtigt und auf Sicherheit geprüft werden, für die Betreuung zur Verfügung stellen, Transport und Verpflegung der Kleinen gewährleisten und natürlich ihre Steuer- und Sozialabgaben leisten, sowie eine entsprechende Versicherung abschließen. Für Weiterbildungskosten müssen sie auch anteilig aufkommen, da die Fortbildungen seit 2016 nicht mehr gratis für die Tageseltern zur Verfügung gestellt werden. Alles in allem ist das meist eine sehr knappe Rechnung.

Leider ist es auch immer noch für viele Eltern eine sehr knappe Rechnung, wenn sie auf Tageseltern zurückgreifen, besonders für Geringverdiener. Denn sie bekommen geringere Zulagen, wenn sie ihr Kind Tageseltern anvertrauen als wenn sie es in eine konventionierte Betreuungsstruktur geben. Nun wird sich infolge der neuen Gesetzgebung ab Oktober etwas ändern und die Unterstützung für die Eltern bei Betreuung ihrer Kinder bei Tageseltern steigt um 25 Cent von 3,50 auf 3,75 Euro pro Betreuungsstunde. Außerdem gibt es bei Betreuung nach 19.00 und an Wochenenden eine Sonderzulage, die sich bis auf eine maximal mögliche Zuzahlung auf 4,50 Euro pro Stunde summieren kann, je nach Einkommen der Eltern. Das ist eine Entwicklung in die richtige Richtung. Allerdings liegt die Unterstützung immernoch weit unter den Zulagen für konventionierte Strukturen - hier werden bis zu 6,- Euro pro Stunde zugezahlt. Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass es hier zu einer Vereinheitlichung der Unterstützung kommt, damit die Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder auch wirklich die freie Wahl haben.“

www.dageselteren-network.lu