Der Marathon nach dem Marathon

Kurz vor fünf Uhr gestern morgen war es also so weit: Nach einem 13stündigen Verhandlungsmarathon stand das neue „Rettungspaket“ für Griechenland. Es ist der vorläufige Abschluss eines Prozesses der bereits im vergangenen Juli begann und sich über vier aufreibende EU-Gipfel – mit oft im Vorfeld dem ein oder anderen nicht sonderlich produktiven Alleingang des Tandems „Merkozy“ – sowie über dutzende Arbeitssitzungen zwischen den Lenkern von Eurogruppe, Internationalem Währungsfonds und Privatgläubigern hinzog. Jeder Beteiligte wusste am Montag dass „keine Zeit mehr zu verlieren“ war, wie sich Eurogruppen-Chef Juncker im Vorfeld des Treffens ausdrückte, um zu einer Einigung über das neue Hilfspaket für Griechenland zu gelangen. Wäre ein Durchbruch nämlich nicht gelungen, hätte das Land Ende März seine Schulden nicht mehr bedienen können. Die ist nun vorerst abgewendet. Mehr noch: Die neuen Garantien plus „Schuldenschnitt“, plus einschneidende strukturelle Reformen sollen es Griechenland ermöglichen, am Ende dieses Jahrzehnts seine Gesamtverschuldung von unglaublichen 160 auf 120,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – immer noch mehr als doppelt so hoch wie das im Maastricht-Vertrag fest gehaltene Maximum – zu drücken. Klar, dass Griechenland auch mit den gestern beschlossenen Maßnahmen noch nicht am Ende eines schmerzhaften Marathons angekommen ist, der sich über viele Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte erstrecken wird.

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Gedanken zur Kompetitivität

Gedanken zur Kompetitivität

Die rezente Bestätigung der Regierung, dass der Mindestlohn zum 1. Januar 2013 angehoben werden soll, rührt direkt an jene seit längerem schon geführte Debatte um die Kompetitivität unseres Landes, die sich ja in den letzten Jahren im internationalen Vergleich verschlechtert hat. Die Entscheidung also, die angestrebte Verbesserung der Kompetitivität nicht an den Kleinverdienern festzumachen, und darüber hinaus auch Überlegungen anzustellen, wie der Staat selbst bei der Einstellung un- oder niedrigqualifizierter Arbeitsloser mithelfen kann, ist insofern beruhigend, da sich hier die gute alte luxemburgische Art, die soziale Kohäsion trotz wirtschaftlicher Probleme im Auge zu behalten, wiederspiegelt.

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Ein vorhersehbares Ende

Ein vorhersehbares Ende

Berlinale 2012: Nach der Überraschungskomödie des Jahres 2010 „Horst ist weg“ folgt im Februar 2012 das Drama in drei Akten „Christian muss gehen“ – während erstere noch über ein paar humoristische Szenen à la „Lost in Translation“ verfügte und die Sprachlosigkeit zwischen ehemaligem internationalen Spitzenbeamten und intrigengestärkten Parteipolitikern wunderschön porträtierte, zeichnet sich die aktuelle Inszenierung durch Überlängen und ein vorhersehbares Ende aus. Schon nach den ersten Szenen wussten die Freunde des gepflegten politischen Theaters, dass es mit der Hauptfigur „Christian W.“ ein böses Ende nehmen würde.

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Red-Flag-Act im IT-Zeitalter

Red-Flag-Act im IT-Zeitalter

Das Autorennen „London-Brighton-Run“ feierte vor mehr als hundertzehn Jahren auf den britischen Inseln die Abschaffung des „Red-Flag-Act“ und wird seit vielen Jahrzehnten alljährlich wiederholt – zur Teilnahme zugelassen sind nur Autos, die vor 1905 gebaut wurden. Irgendwann wird es so etwas wie einen „London-Brighton-Run“ auf der Datenautobahn geben, vielleicht mit überlebenden Ataris und Commodore C-64 als Erinnerung an den Untergang des Handelsabkommens ACTA.

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Warum in die Ferne schweifen, …?

Warum in die Ferne schweifen, ...?

Auch wenn ihr selbst für die elementaren und einfachsten Dinge oft die Mittel und die Menschen fehlen, hat sich die politische Führung in Luxemburg in der Vergangenheit immer wieder selbst höchste Schwierigkeiten und Probleme aufgebaut, wo gesunder Menschenverstand und ein vernünftiger Pragmatismus im vollen Respekt der gesetzlichen und reglementarischen Rahmenbedingungen sehr schnell und effizient hätten Abhilfe schaffen können.

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Charles Dickens: immer noch aktuell

Charles Dickens:      immer noch aktuell

Der berühmte englische Schriftsteller Charles Dickens, der die europäische Literatur, jedoch ebenfalls das europäische Denken entscheidend prägte, und auch hier in Luxemburg Generationen von Schülern zum Nachdenken über soziale Ausgrenzung und die Notwendigkeit sozialer Gerechtigkeit brachte, wurde vor 200 Jahren, genauer gesagt am 7. Februar 1812 in der Grafschaft Hampshire geboren.

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Explosiv

Explosiv

Derzeit herrscht eine explosive Stimmung im Ländchen. Keine Angst, es ist nicht so, dass wieder „Bommeleeër“ umgehen würden – wenngleich die Affäre über 25 Jahre nach den Anschlägen und Jahrzehnten der Pleiten und Pannen, der Informationsverheimlichung und der Justizbehinderung, noch enorme Sprengkraft birgt – vor allem politische -, die sich im Laufe des Jahres noch voll entfalten könnte. Entfalten muss, denn die Angelegenheit muss endlich in all ihren Facetten aufgeklärt werden. Restlos.

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Lawrow gibt den Gromyko

Lawrow gibt den Gromyko

Fast wie in alten Zeiten: Die sozialistischen Brüder schreiten Seit’ an Seit’ zur Rettung der Unterdrückten in der Dritten Welt. Die glorreiche Sowjetunion wirft sich gemeinsam mit dem Bruder Mao in die Bresche und bewahrt die arabischen Massen der Volksrepublik Syrien davor, dem Joch des Imperialismus unterworfen zu werden…

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Rettet den Sozialstaat vor seinen „Behütern“

Rettet den Sozialstaat vor seinen „Behütern“

Als Ende der 70er Jahre die Stahlkrise ganz Luxemburg vor riesige Probleme stellte und die Zukunft dieses damals für unser Land, vor allem aber für die Südregion, wichtigsten Wirtschaftszweiges alles andere als gesichert erschien, hing über Monate hinweg auf dem Balkon des Escher Stadthauses ein riesiges Schriftband mit der sehr klaren Botschaft: „D’Fanger ewech vun eiser Stolindustrie!“

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Die Prä-Frieden-Ära

Reichlich hitzig reagierte Lucien Lux im Tageblatt-Interview gestern auf die Rede von Finanzminister Luc Frieden bei der „Journée de l‘ingénieur“ am vergangenen Samstag. Wenn er eine andere Koalition will, solle er das sagen; seine Pläne für eine mögliche Post-Juncker-Ära grenzten an eine kleine Provokation; die Rede sei nur ein weiterer Beweis dafür, dass es zwei CSV gebe – die soziale von Juncker und den „discours de droite“ von Frieden; Juncker täte gut daran, seinen Finanzminister zu sich zu rufen und ihm die augenblickliche Regierungspolitik ins Gedächtnis zu rufen. Und Lux unterstellt Frieden, er sei für Lohnkürzungen und stelle den Mindestlohn und die Tripartite in Frage.

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