Uechter d'Land
ons stad Nummer 94 soeben erschienen
25 Jahre Kapuzinertheater:Rückund Ausblick
29.07.2010
Und der Luxemburger Schauspieler Steve Karier erinnert sich: „Ich war 1985 woanders. Ganz woanders. Aber dennoch: Als das Kapuzinertheater aufging, war das ein Quantensprung für das Theater in Luxemburg. Es war der erste, sehr zaghafte Schritt zu einer Theaterproduktion, die sich irgendwie an den sonst wo üblichen Produktionsabläufen orientierte. Und nicht mehr am hiesigen Dorf- oder Vereinstheater, was, ehrlich betrachtet, der organisatorische Stand auch bei den drei kleinen Kreationsbühnen war. Es waren enorme Hoffnungen daran geknüpft. Und es hat sich Einiges erfüllt an Hoffnungen.“
Ein bisschen Angst und Unbehagen vor der Zukunft mag „die alte Garde“ der Produzenten, Schauspieler und Techniker aber nicht verhehlen. Dies, weil Olinger nicht durch einen neuen Direktor ersetzt wurde, sondern Frank Feitler künftig zusammen mit dem Grand-Théàtre am Rond-Point-Schuman auch das Kapuzinertheater mitregiert. Soll dieses künftig also bloß noch als Anhängsel, als dritter Saal fungieren?
Frank Feitler zerstreut diese Befürchtungen wie folgt: Marc Olingers 25-jährige Pionierarbeit in Sachen Eigenproduktionen soll auch unter seiner Leitung weitergehen. So sind für die kommende Saison 2010/2011 bereits zehn Erstaufführungen (luxemburgische, deutsche, französische und englische) fest eingeplant. Und er betont, dass in diesen Krisenzeiten zwar Einsparungen nötig sind, aber diese sollen weder auf Kosten der Qualität gehen noch auf dem Buckel des Personals ausgetragen werden. Von Entlassungen im technischen oder administrativen Bereich kann keine Rede sein, und auch das Hollericher Atelier soll an Ort und Stelle verbleiben, aber enger mit den Werkstätten am Rond-Point Schuman zusammenarbeiten. Was aber für den einzelnen keineswegs mehr Arbeit bedeuten soll, wenn die Logistik so funktioniert, wie der altneue Doppeldirektor sich das vorstellt. Und die sieht im Klartext so aus, dass quasi allabendlich in der Theatersaison in den beiden Häusern etwas über die Bühne geht. Aber jeweils eben nur in einem Saal.
Die soeben erschienene Nummer 94 des Luxemburger Stadtmagazins ons stad beleuchtet zahlreiche Aspekte der hauptstädtischen Theaterszene aus Vergangenheit und Gegenwart. Dies mit Beiträgen und Reportagen der Autorinnen und Autoren Vesna Andonovic, Jeff Baden, Evamarie Bange, Simone Beck, Georgette Bisdorff, Josy Braun, René Clesse, Jacques Drescher, Ben Fayot, Luc Feit, Pol Greisch, Steve Karier, Christian Kmiotek, Marc Olinger, Josiane Peiffer, Michel Raus sowie Anne und Pit Weyer.
Natürlich fehlen auch nicht die gewohnten Rubriken, wie etwa die neuen Infos aus der Cité-Bibliothek, das Künstlerporträt von Linda Eischen oder die Serie über die Bedeutung der hauptstädtischen Straßennamen von Fanny Beck.
ons stad wurde wie immer kostenlos an sämtliche Haushalte der Stadt verteilt. Wer das Magazin nicht erhält, sollte sich an den zuständigen Briefträger wenden.
Zudem liegt die Zeitschrift auch im Bierger-Center aus (51 Bd Royal - geöffnet von 8.00-17.00 Uhr) sowie in der Rezeption des Stadthauses auf dem Knuedler (geöffnet von 8.00-12.00 und von 13.30-18.00 Uhr). Seit einigen Monaten ist auch eine Volltext-Recherche über Internet möglich: onsstad.vdl.lu



