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Uechter d'Land

Gemeinderat Diekirch
Abstimmung über PAG für den Bau der neuen Ackerbauschule vertagt
29.07.2010
Eigentlich sollte in der Gemeinderatssitzung von Dienstag, bei der Claude Haagen (LSAP) und Ern Breuskin (DP) entschuldigt fehlten, über den Gesamtbebauungsplan (PAG) für den Bau des „Lycée Technique Agricole“ (LTA) oberhalb von Diekirch provisorisch abgestimmt werden. Auch wenn die eigentliche Schule auf dem Gemeindegebiet von Bettendorf vorgesehen ist, so kommen die Zufahrtstraßen und Infrastrukturen teilweise auf Diekircher Gebiet. Nach einer emotionellen Intervention von Rat René Blum (LSAP) wurde diese wichtige Abstimmung vertagt.

Am Südhang von Diekirch soll das neue LTA entstehen Photo: P.M.

Blum erinnerte daran, dass nach der Erstellung des allgemeinen Bebauungsplanes der Sauerstadt vor 35 Jahren beschlossen wurde, die Hänge und angrenzenden Plateaus nicht zu bebauen, um den Reiz der Lage im Tal der Sauer zu erhalten. Seither hätten sich sämtliche Gemeinderäte an diese Auflage gehalten. Der Bau des LTA oberhalb von Diekirch sei ein großer Einschnitt in das Landschaftsbild, so Blum. Weiter meinte er, dass das Lyzeum näher an den Zufahrtsstraßen und am öffentlichen Transport liegen sollte.
Im „Walebroch“ oder auf dem ehemaligen Laduno-Gelände seien diese Voraussetzungen gegeben. Da auf dem vorgesehenen Gelände am Südhang von Diekirch sämtliche Infrastrukturen fehlen, würde das Projekt jetzt auch wesentlich teurer werden, so Blum weiter. Anfang des Jahres hätte der Gemeinderat eine Reihe von Beanstandungen an das Bautenministerium weitergeleitet. Diese seien bislang nicht vollständig geklärt worden. Man habe den Eindruck, bei diesem Projekt werde die Gemeindeautonomie eingeschränkt.
Wenig Verständnis für das Projekt zeigten auch die Räte der CSV/„Déi Gréng“-Majorität. Auch für sie bleiben, trotz diverser Gespräche mit dem Bautenminister, noch viele Fragen offen. Schließlich schlug Bürgermeister Jacques Dahm vor, die Abstimmung zurück zu stellen, bis alle offenen Fragen zum Projekt Ackerbauschule geklärt sind. Er werde sich um ein weiteres Aufklärungsgespräch mit dem Minister bemühen.
Aufwertung eines Weihers am Stadteingang
Eingangs der Sitzung hatte Ing. Martin Bender vom Ingenieurbüro TR die Aufwertung eines Weihers am Stadteingang - in der Nähe des Zwangsrekrutierten Kreuzweges und des Naturparks - vorgestellt. Der Weiher ist dabei zu versanden und ist von Wildwuchs bedroht. Um die Biodiversität mit seltenen Pflanzen zu erhalten und den Fischen Laichmöglichkeiten zu geben, ist eine komplette Sanierung notwendig. Der 200 Meter lange und 40 Meter breite Weiher soll teilweise ausgebaggert werden und die Ufer sollen neu angepflanzt werden. Kostenpunkt: 80.000 EUR. Bürgermeister Dahm unterstrich, dass im gleichen Areal eine Kajakstrecke, wie im 5 Jahresplan für Sportinfrastrukturen vorgesehen, gebaut werden soll. Dies wäre bei der Aufwertung des Weihers berücksichtigt worden. Das Projekt wurde einstimmig genehmigt.
Einstimmig wurden auch einige Kostenvoranschläge und Zusatzkredite angenommen. Zwei neue Straßen erhalten die Namen, „Op der Meierchen“ (Zufahrt beim neuen Schulkomplex) und „Lumillen“ (Zufahrt zum „Camping de la Sû-re“). Auf Grund von Infrastrukturarbeiten wurden verschiedene endgültige Änderungen im Verkehrsreglement der betroffenen Straßen abgesegnet.
Die Subventionen für die Diekircher Vereine bleiben auf dem Stand vom Vorjahr. Zwecks Veröffentlichung eines Buches über Genealogie (Geburten, Hochzeiten und Todesfälle in Diekirch seit 1805) wird eine Konvention mit Rob Deltgen, der die Daten gesammelt hat, abgeschlossen. Das Buch von 900 Seiten wird im September erscheinen und kostet 75 EUR.
Im Rahmen der Nordstad wird der Antrag der Gemeinden Bourscheid, Feulen und Mertzig zwecks Aufnahme im zentralen Nordstad-Sozialbüro gegen die Stimmen der 4 LSAP-Räte positiv bewertet.
Weiter wurde eine Absichtserklärung für ein gemeinsames Nordstad-Interventionszentrum genehmigt. Im lokalen Interventionszentrum wird Jean-Claude Bachstein zum Zentrumsleiter ernannt, Beigeordnete sind Sébastien Hiff und Paul Wilwert.
Zum Abschluss der Sitzung wurde Rat René Blum für seine 30-jährige Zugehörigkeit zum Gemeinderat die Medaille „Chevalier de Ordre Grand-Ducal de la Couronne de Chêne“ überreicht.