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„Groupe de support psychologique“ (GSP) der Protection Civile
Erste Hilfe für die Seele
09.02.2010
Kürzlich hatten die Verantwortlichen des „Groupe de Support Psychologique der Protection Civile“ (GSP) zu ihrer Generalversammlung eingeladen. Der GSP der nunmehr seit 13 Jahren besteht, kümmert sich in der Krisenintervention um die Akutbetreuung von traumatisierten Menschen.

2099: Verteilung der Einsätze je Monat Tabelle: „Groupe de support psychologique“

Lag die Zahl der Einsätze im Jahr 2008 bei 243, so wurde der GSP im Jahr 2009 insgesamt 218 mal angefordert, die Großzahl der Anfragen kamen von der großherzoglichen Polizei. In den meisten Fällen waren jeweils 2 Mitglieder des „Groupe de support psychologique“ zusammen im Einsatz um Betroffene zu betreuen, mit einer durchschnittlichen Einsatzdauer zwischen 2 und 3 Stunden. Während sich im Monat Dezember 2008 eher wenige Vorfälle ereigneten zu denen der GSP beantragt wurde, so häuften sich die Einsätze deutlich in den Monaten Februar und April bis Juni 2009.
Die Arbeit des „Groupe de support psychologique“ besteht aus der Betreuung von Direktbetroffenen, wie Unverletzte und Zeugen bei Unfällen, oder anderen durch besondere Ereignisse betroffene Personen. Eingesetzt werden die Mitarbeiter des GSP aber auch zur Betreuung von Angehörigen bzw. Betroffenen nach tödlichen Verkehrs- oder Hausunfällen, nach Suizid, nach plötzlichem Säuglingstod sowie nach Gewaltverbrechen.
Die Überbringung einer Todesnachricht in Zusammenarbeit mit der Polizei zählt ebenfalls zu den Aufgaben des GSP.
Psychologische Unterstützung bietet der „Groupe de support psychologique“ aber auch indirekt Betroffenen, wie beispielsweise Familien und Freunde von direkt Betroffenen. Zu beachten ist, dass sich die Tätigkeit der ehrenamtlichen Mitglieder des GSP nicht ausschließlich auf diese Situationen beschränkt, sondern sie intervenieren auch im Rahmen von Großschadenslagen (z.B. beim Absturz einer „Luxair“ Maschine im Jahr 2002).
Durch eine Aktivierung der verbleibenden Ressourcen zur Wiederherstellung des psychologischen und sozialen Wohlbefindens tragen die GSP Mitarbeiter dazu bei, nachfolgende Symptome abzuschwächen oder zu vermeiden.
Insgesamt 51 Todesnachrichten wurden letztes Jahr durch den GSP überbracht, 39 Interventionen bei Suiziden und insgesamt 6 Selbsttötungsversuche waren im Jahr 2009 zu verzeichnen. Bezeichnend ist, dass insgesamt 74 Einsätze für die Übermittlung der Todesnachricht bei tödlichem Straßenverkehrsunfall gezählt wurden.
Zu beachten ist ebenfalls eine andere wichtige Aufgabe, die dem GSP zukommt, denn die freiwilligen Mitglieder kümmern sich auch um Betreuung der Einsatzkräfte im Anschluss an besonders schwierige Einsätze. Der GSP ist ebenfalls Mitglied in der „Suizidpräventionsgruppe“, einer Gruppe aus verschiedenen luxemburgischen Organisationen, die die Problematik erkannt haben. In diesem Zusammenhang sei an die Suizidpräventionstage am 9. und 10.Februar 2010 erinnert, an denen Konferenzen und Workshops zu diesem Thema stattfinden. (Informationen: www.suppsy.lu)
Aus Studien der Universität München geht nämlich hervor, dass eine psychologische Krisenintervention einen positiven Einfluss auf die Entwicklung von psychischen Folgeschäden hat. Diesen psychologischen Beistand sollte allerdings möglichst unmittelbar nach dem Ereignis einsetzen, denn die frühzeitige Intervention macht den Betroffenen wieder handlungsfähig und grenzt die Entstehung von posttraumatischen Belastungsreaktionen ein. Bevor die ehrenamtlichen Mitglieder aber aktiv an der Bereitschaft der GSP teilnehmen können, müssen sie eine Basisausbildung von mehr als 100 Stunden, welche sich über einen Zeitraum von zwei Jahren erstreckt, vorweisen. Das Ausbildungsprogramm sieht folgende Themen vor: Einführung in die Psychologie, der Stress und seine Folgen, Kommunikationstechniken, das „Debriefing“, die sozialen Strukturen des Landes, die Organisation der Rettungsdienste und Strukturen sowie Basiskenntnisse im Umgang mit Großschadenslagen.
Über die Grundausbildung hinaus erhalten die Mitglieder des GSP eine kontinuierliche Weiterbildung. Diese Weiterbildung erlaubt es den Freiwilligen, ihre Kenntnisse im Bereich der psychosozialen Begleitung zu vertiefen sowie zusätzliche Kenntnisse in neuen Bereichen zu erlangen. Zurzeit zählt der GSP 64 aktive Mitglieder. ‹