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Politik

Opgepikt
Weiter Mikado
09.02.2010
Die Koalitionspartner CSV und LSAP, die am Freitag das Ziel festhielten bis 2014 das Defizit bei den öffentlichen Finanzen auf Null zu drücken, geben vor, immer noch nicht zu wissen, wie sie‘s machen wollen. Trotz mannigfaltiger Task-Forces und Klausuren, bei denen natürlich auch LSAP-Fraktionschef Lucien Lux dabei saß. Am Samstag wurde er im RTL-Beichtstuhl aufgefordert zu sagen, wie weit die LSAP beim erforderlichen Umbau des Sozialstaats zu gehen bereit sei. Lux dementierte bei der Gelegenheit, dass die Sozialisten eventuell Grünlicht für eine Staffelung des Index geben würden und will auch nichts vom CSV-Vorschlag wissen, das Rentenalter anzuheben, was total „à côté de la plaque“ sei. Stattdessen wollen die Sozialisten bekanntlich vielmehr Anwartszeiten und Kompensierungsjahre streichen. Oder? Die Frage versteckte Lux wie erwartet hinter einem riesigen Lorbeerkranz für den eifrigen Rentenminister... Noch possierlicher wurde es aber dann hinsichtlich der Zukunft der CSV-Wahlgeschenke „Mammerent“ und „chèques-service“. „Mir warden drop, dass déi Partei, déi mengt de Sozialstaat wär de Kleeschen, dass déi eis mol eng Kéier präzis eng Lëscht virleet“, was der Sozialstaat machen soll und was sie unter sozialer Selektivität versteht. In dieser Debatte müsse man aber nun wirklich mal etwas Mumm beweisen, so Lux an die Adresse der „Kolleegen vun der CSV“. Den Mumm, die Position der Genossen zum Sozialstaat zu verdeutlichen, hatte freilich auch Lux nicht. CSV und LSAP spielen also weiter politisches Mikado nach dem Motto: Wer sich als erster bewegt, verliert und bekommt den schwarzen Peter. Lange geht das nicht mehr. › c.