Politik
Esso-Blockade: Greenpeace gibt auf
10.03.2010
Zur Erinnerung: Im Oktober 2002 hatten 600 Greenpeace-Aktivisten die luxemburgischen Esso-Tankstellen für einen Tag blockiert um damit auf die Verantwortung des so genannten Klimakillers Nummer 1, des amerikanischen Exxonkonzerns, der in Europa unter Esso firmiert, zu blockieren. Nach Ansicht der Greenpeace-Aktivistin Martina Holbach steht dieser Konzern auch hinter dem Scheitern der Kopenhagener Klimakonferenz, ein Ergebnis zwanzigjähriger Lobbyarbeit.
Ziel sei es gewesen, die Arbeit des internationalen Klimarates IPCC zu diskreditieren. Auf jeden Fall habe sich Greenpeace 2002 verpflichtet gesehen, auf die Rolle des Konzerns in der Klimadebatte und dessen negativen Einfluss auf die amerikanische Regierung hinzuweisen (Greenpeace erwähnte nicht, dass der IPCC mittlerweile ein Glaubwürdigkeitsproblem hat, das nicht mit amerikanischer Lobbyarbeit zu begründen ist).
In der Folge der Blockade sei es aufgrund der Klagen von Konzern und Tankstellenbetreibern zu einer „Kriminalisierung“ der Aktion gekommen, die Richter hätten nicht begriffen, dass mit der Blockade höhere Ziele zum Schutz des Klimas verfolgt wurden. Greenpeace verwies gestern auf einen Fall in England, in dem ein Gericht in der Grafschaft Kent der Greenpeace-Argumentation folgte, und Aktivistin das Recht auf Protestaktionen einräumte.
Greenpeace setze sich täglich im Interesse der Umwelt Risiken aus und werde die Entscheidung des Friedensgerichtes akzeptieren, das die Entschädigung für die Tankstellenbetreiber auf 48.000 Euro und für den Esso-Konzern auf 43.000 Euro festgesetzt habe, zusätzlich der Verfahrenskosten von 6.000 Euro.
Insgesamt liegt die Summe erheblich unter der Ausgangsforderung von Esso aus dem Jahr 2003 die sich auf 309.275,16 Euro (Ausfallentschädigung plus Verfahrenskosten) belief. › pw



