MAINZ
DPA/LRS

Rheinland-Pfalz: Schaden durch falsche Polizisten steigt deutlich

Trickbetrüger, die sich als Polizisten ausgeben, verursachen in Rheinland-Pfalz immer größere Schäden. Die Summe vervierfachte sich nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) in diesem Jahr im Vergleich zum Jahr 2016. Bei der Masche ruft ein angeblicher Polizeibeamter bei dem Opfer an.

Rufnummer 110 - aber der Betrüger sitzt völlig woanders

Auf dem Apparat des Angerufenen wird die Rufnummer 110 angezeigt, obwohl die Betrüger beispielsweise in einem Call Center in der Türkei sitzen. Die Täter bringen dann die Opfer, meist ältere Menschen, dazu, ihnen Geld auszuhändigen.

Viermal soviel abgezocktwie noch im Jahr zuvor

Der im Land registrierte Schaden lag von Januar bis Anfang Dezember (4.12.) bei rund 1,5 Millionen Euro, wie das LKA der Deutschen Presse-Agentur in Mainz berichtete. Im Jahr 2016 hatte diese Summe noch bei 385.000 Euro gelegen, im Jahr davor bei knapp 130.000 Euro.

1.339 Fälle registriert

Die Zahl der Fälle vervierfachte sich ebenfalls. Die Ermittler zählten in diesem Jahr bisher 1.339 Fälle nach 315 Fällen im Jahr 2016 und 102 Fällen im Jahr 2015. Viele Versuche seien gescheitert.

„Im Moment hat das den Enkel-Trick abgelöst“, sagte eine LKA-Sprecherin. Sie rät zu Vorsicht, wenn jemand über die 110 anruft, nach sicherer Aufbewahrung von Bargeld und Wertsachen fragt und die Sachen als Polizist in Zivil zuhause oder in der Bank abholt.

#GenugBetrug

„Kein Polizeibeamter würde jemals mit 110 anrufen und Geld oder Wertsachen mitnehmen.“ In Landau hat ein angeblicher BKA-Mitarbeiter im Oktober von einer Seniorin einen sechsstelligen Geldbetrag ergaunert.

Bei Facebook und Twitter informiert die Polizei unter #GenugBetrug auch über falsche Polizisten.

Vor allem ältere Menschen sollen mit Infos erreicht werden - zum Beispiel über Gemeindeblätter, Banken und Sparkassen und gemeinsam mit der Verbraucherzentrale.