LUXEMBURG
NIC. DICKEN

Statec veröffentlichte neues „Répertoire des entreprises luxembourgeoises“

Die luxemburgische Wirtschaft lebt und scheint sich trotz Krise sogar weiterhin sehr dynamisch zu entwickeln. Das ist die erste Schlussfolgerung, die sich aus der gestrigen Veröffentlichung des neuen „Répertoire des entreprises luxembourgeoises“ durch den Statec aufdrängt. Immerhin hat sich die Zahl der eingetragenen Unternehmen im Beobachtungszeitraum von Januar 2011 auf Januar 2012 um 1.195 erhöht, was einer Zunahme um gut 4% entspricht, deutlich mehr also, als es das Wirtschaftswachstum für diesen Zeitraum erwarten lassen würde.

Für die Feststellung der Unternehmenszahl, aus der allerdings verschiedene Aktivitätsbereiche wie spezifische landwirtschaftliche Produktionszweige, Fondsunternehmen, Bildungs-, Gesundheits-, Sozial- und Kultureinrichtungen, aber auch Arztpraxen und Anwaltskanzleien, nicht aufgeführt werden, hat sich der Statec einmal mehr auf die Mehrwertsteuererfassung der Enregistrement-Verwaltung und auf das staatliche Centre informatique, sowie für die Arbeitnehmererfassung auf die Daten der Sozialversicherungen basiert.

Hauptstadt dominiert das Wirtschaftsleben

Interessant erscheint zunächst die geographische Lage der Unternehmen, von denen allein 9.238 (31,59%) auf dem Gebiet der Hauptstadt ansässig waren. Nimmt man dazu die Zahlen des Kantons Luxemburg-Land, so kommt man allein für diese Region auf 12.637 Firmen. Demgegenüber entfallen auf den Kanton Esch-Alzette 5.848 Firmen, 2.341 waren es im Kanton Capellen, 1.502 für Grevenmacher und 1.421 für Clerf. Unternehmensärmster ist mit 146 erwartungsgemäß der Kanton Vianden.

In der kommunalen Aufgliederung der Unternehmensansiedlung fallen neben den größeren Südgemeinden wie Esch (1.299), Differdingen (432), Düdelingen (685) und Petingen (785)vor allem auch die Ortschaften in der Hauptstadtperipherie besonders ins Gewicht, wie etwa Hesperingen (624), Walferingen (402), Bartringen (577) und Strassen (579). Nicht uninteressant zu lesen ist aber auch, dass in Landgemeinden wie Weiswampach (404), Koerich (364) oder Mertert (453) eine verhältnismäßig dichte Unternehmensbesiedlung besteht.

17,8% Individual- und Familienbetriebe

Inwiefern diese Ortschaften als willkommene Basis für aus dem jenseitigen Grenzland stammende Unternehmen interessant sind, um auf dem Heimatmarkt aktiv zu sein, wäre durchaus eine Untersuchung wert.

Von den 29.240 Firmen wurden 5.196 als individuelle oder Familienbetriebe geführt, von den 23.239 Kapitalgesellschaften hatten 8.547 die Form einer S.A. und 14.417 die Form einer S.à r.l., weitere 478 waren Gesellschaften ausländischen Rechts, und 327 weitere hatten andere juristische Formen als Grundlage.

Macht man die Unterscheidung der Betriebe nach Aktivitätsbereichen, so entfielen auf die Sparte Handel und Autowerkstätten 7.387 Betriebe (3.566 für den Groß- und 3.102 für den Einzelhandel), für die Sparte der spezialisierten wissenschaftlichen und technischen Aktivitäten waren es immerhin 5.617, für das Baufach insgesamt waren es deren 3.324, im Gaststättenbereich wurden 2.752 Betriebe aufgelistet, auf Information und Kommunikation entfielen 1.920 Firmen, im Bereich der Unternehmensdienstleistungen waren 1.856 Betriebe tätig, Unternehmensdomiziliierung betrieben 1.792 Betriebe, Architekten- und Ingenieurfirmen kamen auf 1.289 Betriebe, juristische und beraterische Dienste boten 1.174 Firmen, Finanz- und Versicherungsbranche zählten 1.102 Unternehmen, während die produzierende Industrie mit 839 Firmen eher in der unteren Hälfte der Auflistung rangiert.

153 Betriebe mit mehr als 250 Beschäftigten

Gerade in der aktuellen Lage sind schließlich die Beschäftigungszahlen von besonderem Belang. Insgesamt 12.710 Betriebe beschäftigten keine Mitarbeiter, 9.492 Firmen beschäftigten zwischeneinem und vier Mitarbeitern, fünf bis 19 Mitarbeiter waren in 4.935 Betrieben beschäftigt, 1.161 Firmen gaben zwischen 20 und 49 Beschäftigten Arbeit, während 689 Betriebe zwischen 50 und 249 Mitarbeiter anführten und nur noch 153 Firmen, also gut ein halbes Prozent, einen Mitarbeiterstab von mehr 250 zählten. Davon waren 26 in der Industrie, 15 im Baufach, 33 im Finanz- und Versicherungsgeschäft, 14 im Transport, neun im Einzelhandel und 21 in den Unternehmensdienstleistungen angesiedelt.