LUXEMBURG
MARCO MENG

Creos investiert in die Luxemburger Netze

Der Luxemburger Strom- und Gasnetzbetreiber Creos wird bis 2017 mehr als 600 Millionen Euro in Ausbau und Modernisierung seiner Netze investieren.

Wirtschaftsminister Etienne Schneider: „Wir wollen die Versorgungssicherheit weiter verbessern.“ Die Investitionen sollen dazu dienen, eine moderne Infrastruktur zu gewährleisten, was dem Wirtschaftsstandort zugute käme. Die Anbindung zu ausländischen Netzen solle zudem verbessert werden, darüber hinaus solle Luxemburg eine Vorreiterrolle bei der Elektromobilität spielen. Schneider weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Investitionen größtenteils national seien, also der Ausbau der Netze vor allem von Unternehmen in Luxemburg bewerkstelligt wird.

Vorbereiten auf die Energiewende

Creos-Geschäftsführer Romain Becker erklärt, dass rund 430 Millionen Euro in das Stromnetz investiert werden. Das Stromnetz Luxemburgs ist derzeit 9.000 Kilometer lang und transportiert jährlich 4,9 Terawatt. Eines der Ausbauprojekte sei hier das Nadelör zwischen Beisdorf und Berchem. Ebenso wird das unterirdisch verlegte Gasnetz - derzeit 1.900 Kilometer lang - ausgebaut.

„Die Investitionen für die nächsten fünf Jahre sind damit bedeutend höher als die der letzten fünf“, so Becker. Die Investitionen seien auch darum notwendig, weil mehr Effizienz vonnöten und mit ansteigendem Verbrauch in den kommenden Jahren zu rechnen sei. Er verweist darauf, dass die Investitionen langfristig sind und für die kommenden 50 Jahre dienlich seien. In den kommenden Jahren wird man darum zahlreiche Pilotprojekte zum „intelligenten Stromverbrauch“ starten und die Konsumenten mit Applikationen zur Stromregulierung ausrüsten. Zunehmend will man auch Stromleitungen unterirdisch verlegen: derzeit sind nur rund 5 Prozent der Hochspannungsleitungen unterirdisch verlegt (sowie 65 Prozent der Leitungen mit mittlerer Spannung und 94 Prozent der Niedrigspannungsleitungen). Auf die Netzentgelte sollen sich die Investitionen „nur marginal“ auswirken, außerdem würden die höheren Kosten auf die zunehmende Verbrauchsmenge verteilt, also „neutralisiert“ werden.

Was die Einspeisetarife für erneuerbare Energien betrifft, meint Schneider, solange der mit Photovoltaik erzeugte Strom 15 Mal teurer als der von Windrädern sei, könne hier der Staat nicht übermäßig fördern. Sollte sich das in den nächsten Jahren ändern, wovon der Minister ausgeht, werde man auch „massiv“ in die Solarenergie gehen.