LUXEMBURG
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Was sich durch das Vertriebsverbot für Halogen-Leuchtmittel ändert

Mit der letzten Stufe der EU-Ökodesign-Richtlinie ändert sich für Verbraucher vorerst wenig. Denn im Handel dürfen aktuell noch Restbestände verkauft werden. Bis diese aufgebraucht sind, werden alle Halogenlampen noch erhältlich sein. Ganz verschwinden werden über kurz oder lang aber die Hochvolt-Halogenlampen für normale Netzspannung von 230 Volt. Niedervolt-Halogenlampen für eine Spannung von 12 Volt werden in Zukunft aber noch zum Teil produziert werden, und zwar wenn sie mindestens die Effizienzklasse B aufweisen. Auch klare Halogenlampen mit den Sockeln R7s und G9 bleiben in der Effizienzklasse C weiter im Handel, weil es dafür noch keinen Ersatz gibt.

Das Verbot bedeutet auch nicht, dass Halogenlampen in Haushalten zwingend ersetzt werden müssen. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, heute noch Halogenlampen oder gar Glühbirnen zu verwenden. Sie verbrauchen sehr viel Strom, und es gibt inzwischen gute LEDs und Energiesparlampen, die ein ähnliches Licht erzeugen. So brauchen LED-Lampen oft weniger als zehn Prozent als das Halogen-Äquivalent, und sie haben in der Regel eine Lebensdauer von zehn bis zu 20 Jahren, während Halogenlampen in der Regel nach nur wenigen Jahren ausgewechselt werden müssen. Außerdem ist der Preis von LED-Lampen gegenüber Halogenlampen erheblich gesunken und bietet entsprechend ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis.

Lampen überprüfen

Wenn man nicht sicher ist, ob man noch alte Birnen in seinen Lampen hat, kann man das anhand einiger Merkmale feststellen. Die klassische Glühlampe erkennt man an der Birnen- oder Kerzenform. Sie hat unten einen Metallsockel zum Schrauben und oben ein Glas, in dem sich ein Wolfram-Draht befindet, der für die Lichterzeugung zuständig ist. „In einem Haushalt können sich aber noch verschiedene andere Lampenarten finden, die äußerlich der alten Glühlampe ähneln, nämlich Halogen- und Kompaktleuchtstofflampen sowie LEDs“, erklärt Dietlinde Quack vom Öko-Institut in Freiburg. Halogenlampen haben oft eine spot-ähnliche Bauform, es gibt sie aber auch in Birnenform. Der Glühdraht ist von einem Schutzgas, dem Halogen, umgeben.

Eine LED-Lampe sieht der herkömmlichen Glühlampe ähnlich und kann sie ohne weitere Anpassungen direkt ersetzen - deswegen wird sie auch als LED-Retrofit-Lampe bezeichnet. Aber ihr fehlt in der Regel der klassische Glühfaden, denn lichtemittierende Dioden bilden die Lichtquelle. Die Energiesparlampe ist an einer gebogenen, gewendelten oder mehrfach gefalteten Röhre zu erkennen, in der die Gasentladung stattfindet. Diese Lampen besitzen in der Regel ein integriertes Vorschaltgerät und einen Schraubsockel, um sie wie Glühlampen einsetzen zu können.

Passender Ersatz

Die meisten Kunden orientieren sich beim Lampenkauf an der Helligkeit, die sie mit den früher üblichen Wattzahlen verbinden.Weit verbreitet waren 40-, 60- und 100-Watt-Glühbirnen. Für LED und Energiesparlampe ist aber die Einheit Lumen (lm) zur Helligkeit die wichtige Kennzahl. Als Faustregel gilt: Etwas mehr als zehn Lumen entsprechen etwa einem Watt. Will man eine 40-Watt-Glühbirne ersetzen, wählt man also ein Energiesparmodell mit 470 Lumen.

Auf vielen Verpackungen steht neben der Lumenzahl aber auch die Wattzahl einer gleich hellen Glühbirne. Druckt ein Hersteller zum Beispiel auf seine Lampenpackung „So hell wie eine 60-Watt-Glühlampe“, muss die LED-Lampe 806 Lumen haben. Bei 100 Watt sind es 1.400 Lumen.

Außerdem ist die Farbtemperatur in Kelvin wichtig. Für eine wohnliche Lichtfarbe sorgt eine warmweiße Lichtquelle mit 2.700 bis 3.000 Kelvin. Das entspricht etwa dem Licht einer Glühbirne. Neutralweiße oder tageslichtweiße Lichtquellen haben eine höhere Zahl. Wichtig ist auch der Farbwiedergabeindex (Ra). Er beschreibt, wie natürlich Farben wiedergegeben werden - etwa damit Fleisch im Licht nicht komisch aussieht. Für Wohnbereiche ist Ra 80 oder mehr richtig. Außerdem sollte man auf die gleiche Bauform und den passenden Sockel achten.