LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Neue Spielzeit vorgestellt: Tanz, Musik, Theater und „Nouveau Cirque“ im Kinneksbond Mamer

Die Bilanz ist schnell gezogen: Die Spielzeit 2017/18 im Mamer Kinneksbond sei erneut von Erfolg gekrönt gewesen, und bei den Besucherzahlen konnte ein leichter Anstieg verzeichnet werden. „Die neuen Wege, die wir eingeschlagen habe, seit ich übernommen habe, tragen langsam aber sicher ihre Früchte“, freute sich Direktor Jérôme Konen am Dienstag. Im Programm für die nächste Saison setze man deshalb auf Kontinuität. „Eines der wichtigsten Schlüsselwörter bleibt Pluridisziplinarität. Darüber hinaus möchten wir ein populäres, aber dennoch anspruchsvolles Programm bieten und legen erneut viel Wert auf Kollaborationen mit anderen Häusern und Vereinigungen. Dies bietet uns nämlich die Möglichkeit, ein Publikum anzuziehen, das wir alleine mit unseren Mitteln vielleicht nicht erreichen könnten“, fasste er zusammen.

Jugendprogramm „Culture UP!“

Ein wichtiger Partner ist beispielsweise das „Mierscher Kulturhaus“, mit dem das Kinneksbond letztes Jahr erstmals ein gemeinsames Programm für junge Leute zwischen zwölf und 19 Jahren („Culture UP!“) auf die Beine gestellt hat. „Für dieses Zielpublikum wird noch nicht ganz so viel in Luxemburg geboten, diese Nische versuchen wir zu füllen. Wichtig ist es uns, die jungen Leute direkt einzubeziehen“, bemerkte Konen und hob besonders den engen Kontakt zum „Lycée Josy Barthel“ hervor. In Mamer stelle man nächste Saison die Komödianten in den Mittelpunkt der „Culture UP!“-Programmation. Der Startschuss in die neue Saison fällt indes am 23. September mit dem ab fünf Jahren geeigneten Stück „Matka“ von Anu Sistonen sowie der Choreografin Jill Crovisier.

Zeitgenössischer und klassischer Tanz

Tanz, Musik und Theater sind indes die Hauptbestandteile der Spielzeit 2018/19. Zeitgenössischer Tanz wird im Oktober mit Dave St-Pierre und seinem ersten Solo-Stück „Néant“ (17.10) sowie mit dem Duo Alessandro Bernardeschi & Mauro Paccagnella in „Happy Hour“ (25.10) geboten. Klassischer Tanz folgt im Dezember mit dem „Nussknacker“ des „Ballet de l’Opéra-Théâtre de Metz Métropole“ (7.12), das dann im März noch einmal zurückkehrt, um mit dem „Orchestre de Chambre du Luxembourg“ „Don Juan / Les Amours d’Alexandre et de Roxane“ aufzuführen (2.03). Im Februar wird die erste Kreation der Saison auf die Bühne gebracht: Léa Tirabasso präsentiert mit „The Ephemeral Life of an Octopus“ (8.02) ein ganz persönliches Stück, in dem es um die Funktionsweise von Krebszellen geht und die Frage, wie sich ein kranker Körper verhält. Marco da Silva Ferreira, der als unmittelbarer Nachfolger von Hofesh Shechter gehandelt wird, präsentiert mit „Brother“ eine Mischung aus „Tribal“ und „Urban Dance Styles“.

Abwechslungsreiche Theatersaison

Die Theatersaison startet mit Brian Lobel und „Purge“ (5.10), ein Stück über Facebook, beziehungsweise die Beziehungen, die wir über die sozialen Netzwerke führen. Arnaud Hoedt & Jérôme Piron weisen in „La Convivialité“ (23.11) auf die Absurditäten der französischen Orthografie hin. Jay Schiltz schließt mit „Endlech Alaska!“ (28.11) seine Alaska-Trilogie mit Monique Melsen, Mady Dürrer und Marcel Heintz ab. Natürlich stehen auch Klassiker auf dem Programm: Im Januar Goethes „Werther“ in einer sehr zeitgenössischen Inszenierung von Nicolas Stemann, gespielt vom bekannten österreichischen Schauspieler Philipp Hochmair (31.01) und im Februar Becketts „En attendant Godot“, gespielt von den beiden außergewöhnlichen Komödianten Yann-Joël Collin und Cyril Bothorel (13.02). Zu einem „Dîner-spectacle“ wird im März geladen: Nicolas Givran lädt mit dem emotionalen Monolog „L‘Île“ von Angélica Liddell, bei dem es um das Massaker auf der norwegischen Insel Utoya geht, zu Tisch (16.03). In „Gen Z“ lässt Regisseur Salvatore Calcagno professionelle Schauspieler auf Amateure der Generation Z (geboren nach 1995) treffen (22.03). Anne Simon nimmt sich Molières „George Dandin“ vor (24.04) und Violetta Pallaro macht „Tabula Rasa“ am Familientisch (27.04).

Mit „Nouveau Cirque“ wird kommende Saison indes auch etwas Neues im Kinneksbond geboten. Im September ist die „Compagnia Baccalà“ mit ihrem preisgekrönten Spektakel „Pss Pss“, inspiriert an den früheren Stummfilmen, zu Gast (28.09). Noch eine Nummer akrobatischer geht es im Dezember mit der australischen Truppe „Gravity & Other Myths“ zu, die in ihrer Show „A Simple Space“ der Schwerkraft trotzt (20.12). Einen neuen Anstrich erhält die Literaturreihe, bis jetzt „Mardi du Livre“ wird daraus nun „Story Time“. Schluss mit Auszügen aus opulenten Werken: Eingeladen werden Schriftsteller, die Kurzgeschichten verfasst haben, um diese - statt wie bislang nur stückweise - vorzulesen. Gintare Parulyte („Fuck“) und Laurence Klopp („La dame à la mise en pli mauve“ und „brèves [re]trouvailles“ machen den Auftakt (9.10).

Musikalische Highlights

Zu den musikalischen Höhepunkten zählen die bereits zur Tradition gewordene „Gala de la chanson française“ (20.10), das Konzert der „Luxembourg Philharmonia“ mit einer Hommage an Mozart und Brahms (18.11), ein Abend, der unter dem Motto „Wien bleibt Wien“ den größten Arien der Wiener Operette gewidmet ist (15.12) und eine szenische Konzertproduktion von Regisseurin Carole Lorang in Zusammenarbeit mit dem „Kammermusekveräin Lëtzebuerg“, das ein Porträt von Franz Schubert zeichnet (3.05). Ein Muss für Opernfans dürfte Verdis „Aïda“ mit dem „Kharkiv National Opera and Ballet Theater“ sein (25.01). Am Ende der Spielzeit 2018/19 steht ein weiteres Highlight an: Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ treffen in einer erfrischenden Neuinterpretation auf Street-Art, dies mit dem jungen Violinisten Manuel Druminski (14.06).

Alle Details unter www.kinneksbond.lu