LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Drittes Remake von „A Star is Born“ mit Lady Gaga und Bradley Cooper

William A. Wellman realisierte 1937 das Filmdrama „A Star is Born“ mit Janet Gaynor und Fredric March. Der Film kommt großenteils ohne Lieder aus, da Esther (Gaynor) eine Karriere als Schauspielerin anstrebt. George Cukors Remake von 1954 ist dagegen ein Filmmusical, in dem Judy Garland die begnadete Sängerin Esther spielt. Sie wird von Norman Maine (James Mason) für den Film entdeckt. 1976 verlegt Regisseur Frank Pierson die Geschichte in die Welt der Pop- und Rockmusiker. Kris Kristofferson in der Rolle eines dem Alkohol und Drogen verfallenen Rock-Stars entdeckt die Sängerin Esther, die von Barbra Streisand gespielt wird.

Erste Regiearbeit von Cooper

Ausgehend von dieser Geschichte, drehte der Schauspieler Bradley Cooper die vierte Fassung von „A Star is Born“. Er liefert seine erste Regiearbeit ab und spielt zudem die Hauptrolle, die des erfolgreichen Sängers Jackson Maine. An seiner Seite spielt Stefani Joanne Angelina Germanotta, alias Pop-Diva Lady Gaga, die Rolle der Ally. Lady Gaga hat auch als Schauspielerin Talent und gewann bereits 2016 einen Golden Globe für ihre Rolle im Fernsehfilm „American Horror Story“.

Auf dem absteigenden Ast

Jackson Maine ist immer noch populär und füllt mit seinen Konzerten große Arenen. Nach einem Konzert macht er aus Alkohol-Mangel bei einer Bar halt, in der eine Drag-Queen-Night stattfindet. Hier fällt ihm Ally auf, die auf eine eindrucksvolle Art und Weise „La vie en rose“ von Edith Piaf singt. Sie will aber nicht in der Öffentlichkeit singen, weil sie sich nicht attraktiv findet. Das findet der angesäuselte Jackson nicht. Auch nüchtern bleibt er bei seiner Meinung. Ally komponiert ebenfalls Lieder, die Jackson gefallen. Er kann sie während eines Konzerts vors Mikrofon locken, wo sie zusammen „Shallow“ singen und das Publikum begeistern.

Beide landen in Jacksons Hotelzimmer, wo dieser allerdings unter dem steten Konsum von Alkohol und Medikamenten zusammenbricht. Sein Halbbruder Bobby (Sam Elliott), der sein Manager ist, muss ihn ins Bett bringen. Ally bleibt dennoch bei Jackson und singt weiter auf seinen Konzerten ihre eigenen Lieder. Der Musikproduzent Rez Gavron (Rafi Gavron) wird auf sie aufmerksam und bietet ihr einen Vertrag an. Ihr erstes Album verkauft sich sehr gut, und so wird sie für die Grammys nominiert. Jackson verfällt immer mehr dem Alkohol, und der absolute Tiefpunkt in seiner Karriere ist seine Teilnahme an der Grammy-Verleihung. Ally gewinnt den Preis als beste neue Sängerin, und Jackson landet in einer Entziehungsanstalt.

Verpasste Chancen

Der Film wurde mit viel Lorbeeren behangen, und es soll sogar Zuschauer geben, die am Schluss geweint haben. Da kann man sich nur fragen, warum, denn Regisseur Cooper kann nicht in einer einzigen Szene Emotionen erzeugen. Er bleibt stets auf Distanz zu seinen beiden Hauptfiguren, und es genügt definitiv nicht, zu glauben, dass sich selbst mit einem Lächeln im Gesicht filmend, irgendwelche Rührungen beim Zuschauer hervorlocken.

Der Film ist zu statisch gefilmt und zu bieder zusammengeschnitten, und so sehen die Konzerte aus wie Sonntagsmessen in einer Kirche. Etwas mehr Bewegungen mit der Kamera und ein schneller Schnitt hätten dem lahmen Rhythmus gut getan sowie auch eine Kürzung der überlangen 136-minütigen Laufzeit. Lady Gaga spielt ihre Rolle zwar mit Überzeugung, kann aber gegen den doch unmotivierten Cooper den Film nicht retten. So bleiben einzig ein paar gute Lieder.