LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Plausch mit dem Team von „Superjhemp retörns“

Letzte Woche konnte sich die Presse einen ersten Eindruck von der Verfilmung der Abenteuer des einzigen Superhelden von Luxusbuerg machen, Superjhemp. Nach der Projektion von „Superjhemp retörns“ standen Regisseur Félix Koch, Produzent Claude Waringo, Lucien Czuga, einer der Väter von Superjhemp, und die Schauspieler André Jung, Tommy Schlesser und Julie Kieffer der Presse Rede und Antwort.

Eine ideale Besetzung

Für Lucien Czuga, einen der Erschaffer vom Superjhemp, ist „Superjhemp retörns“ der beste Superjhemp-Film, der je gedreht wurde. Der zweite Kreateur Roger Leiner verstarb leider 2016. „Aber der Film hätte ihm gefallen“, sagt Czuga. „Es war für uns beide ebenfalls vor Jahren klar, dass André Jung den Helden spielen müsste und Luc Feit den Inspektor Schrobiltgen. Und schließlich hat das auch geklappt.“

Die jüngsten im Team, Tommy Schlesser und Julie Kieffer, kennen die Comics. Was beide aber wunderte, war, dass das Casting, entgegen ihrer anderen Erfahrungen, fast anderthalb Stunden dauerte. „In ein paar Minuten kann man nicht herausfinden, wie ein Schauspieler verschiedene Situationen spielt“, meint Félix Koch, der Superjhemp ebenfalls aus seiner Jugend kennt.

2011 begannen bereits die ersten Vorbereitungen. Waringo hatte die Idee für eine Verfilmung, und er fand den Kurzfilm „Ravioli Ritter“ von Félix Koch gut. Koch bekam den Auftrag, ein Drehbuch zu schreiben, das er im Dezember 2012 vorlegte. Auf die Frage, warum er, der 2012 keine
größeren Erfahrungen gesammelt hatte, von Waringo auserkoren wurde, antwortet Koch lachend: „Ich war wahrscheinlich der billigste Regisseur.“ Er hat aber in der Domäne der visuellen Effekte gearbeitet, was sicher ausschlaggebend für seine Wahl war. „Claude Waringos Überlegung war auch, dass ich nichts schreiben würde, was nicht realisierbar wäre“, sagt er weiter.

Überraschend sind die vielen emotionalen Momente im Film. „Man schreibt immer aus dem Herzen heraus. Es ist eine Familiengeschichte“, erklärt er. „Was ist mir in einer Familie wichtig? Was wünsche ich von meinem Vater? Was von meiner Mutter? Henri Losch ist eine Opa-Figur. Das überträgt sich auf das Drehbuch.“

Wie pusht man die Schauspieler zu solchen Reaktionen? „Ich bin ein emotionaler Mensch“, fährt Koch fort. „André Jung und Désirée Nosbusch spielen ernste Figuren, die braucht man nicht extra zu motivieren.“

Eine tragische Beziehung

André Jung erinnert sich, dass er 2013 gefragt wurde, ob er Charel Kuddel spielen würde. „Selbst einen pensionierten Superhelden zu spielen macht Spaß“, erzählt Jung lachend. „Ich habe auch schon einen Hund gespielt. Man muss seine Rolle ernst nehmen und sie genau so spielen. Wenn die Figur verloren ist und auf einer Bananenschale ausrutscht, das tut weh, aber es bringt die Leute zum Lachen.“

Auf die emotionalen Momente angesprochen, erklärt der sympathische Schauspieler, dass dies erst während des Drehs kam: „Félicie (die Frau von Superjhemp) betrügt ihren Mann Charel mit einem anderen (Superjhemp). Ich (Charel) werde eifersüchtig auf mich selbst. Das ist ein Krankheitsbild. Die beiden können nicht glücklich werden. Das ist eine Tragödie in einer Komödie. Daran haben wir gearbeitet.“ Und das ist auch sehr gut gelungen. Zu hoffen bleibt, dass der Held aus Luxus-buerg auch die Luxemburger in die Kinos locken wird, um sie dort zu amüsieren und zu berühren. Sehenswert ist der Film allemal.