ECHTERNACH
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Römischer Erlebnistag in der Villa Echternach

Unweit der Stadt, direkt am Echternacher See, befindet sich ein Schmuckstück der Antike: Eine römische Villa, bei der es sich um eines der größten und reichsten ländlichen Anwesen im Umfeld des römischen Trier, der „Augusta Treverorum“, aus dem 1. bis 5. Jahrhundert nach Christus handelt. Gestern wurde Besuchern im Rahmen eines Erlebnistages das antike Leben an der Sauer näher gebracht. Was gab es beispielsweise bei der römischen Familie zu essen? Wie wurden Lichtquellen hergestellt? In Workshops wurde dies alles präsentiert, man konnte selbst Öllampen herstellen oder sich kulinarisch in die Antike bewegen.

1975 bei Bauarbeiten gefunden

Direkt am See erstreckt sich ein von einer Mauer umgebener Hof über rund zehn Hektar. Das Herrenhaus wurde 1975 während der Bauarbeiten zum künstlichen See entdeckt, als Bagger auf die Überreste der Mauer stießen, die sich nur wenige Zentimeter unter der Erde befand. Nach 15 Monaten Ausgrabungsarbeiten war das Haus freigelegt.

Das durchaus palastartige Gebäude zählte nicht weniger als 40, später wurden sogar 70 Zimmer im Erdgeschoss ermittelt- samt Säulengängen, Innenhöfen, Wasserbecken, Verkleidungen aus Marmor, Mosaikfußböden und einer Fußbodenheizung, wie die Mitarbeiter des „Musée National d’Histoire et d’Art (MNHA)“ erklären. Das Herrenhaus, dessen Grundmauern, Keller und Zierbecken erhalten geblieben sind, wurde so zu einer Erkundungsstätte, die eine Reise in die Antike vermittelt. So kann der Besucher heute durch eine weinüberwachsene Pergola und einen römischen Garten spazieren, in dem mehr als 70 Heil- und Zierpflanzen zu sehen sind. Das errichtete Informationszentrum vermittelt ein Bild des täglichen Lebens in der römischen Villa. Rekonstruierte Szenen mit lebensgroßen Figuren in der Küche oder auch im „Arbeitszimmer“ sowie Modelle des Anwesens präsentieren einen Einblick in das Innere mit den luxuriösen Thermen, den prächtigen Empfangsräume, den Küche und Räumen des privaten Wohnbereichs.

Für Schulklassen bietet die Villa eine Vielfalt an schulischen und außerschulischen Aktivitäten, wie das MNHA ausführt. Videoprojektionen über das Leben im römischen Zeitalter und ein Souvenirshop sind ebenfalls Teil dieses Angebots.

Gruppen und Vereine, die die Villa und das Museum in Echternach besichtigen möchten, können sich an den Museumspädagogischen Dienst des Nationalmuseums für Geschichte und Kunst wenden: „Service éducatif du Musée national d’histoire et d’art“, Marché-aux-Poissons, L-2345 Luxemburg, Tel.: 47 93 30-214; Fax : 47 93 30-315 E-mail: service.educatif@mnha.etat.lu