LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Sickerwasserbehandlungsanlage für Siziliens größte private Abfalldeponie

Das auf Wasser und Abwasserreinigung spezialisierte Luxemburger Unternehmen Apateq wird bald Deponiewasser auf Sizilien reinigen. Der größte private Abfalldeponie-Betreiber Siziliens, Sicula Sicula Trasporti Srl, hat einen Auftrag im mehrstelligen Millionenbereich über den Bau einer Sickerwasserbehandlungsanlage unterschrieben. Die seit 40 Jahren bestehende Deponie lagert die Abfälle der Stadt Catania, nach Palermo mit über 300.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Siziliens, und umliegender Gemeinden.

Ammoniak, Pestizideund Schwermetalle herausfiltern

Deponiesickerwasser besteht aus Flüssigkeiten, die durch organische und anorganische Abfallzersetzung entstehen sowie aus Regenwasser, das in die Deponie gelangt. Typischerweise ist Sickerwasser stark mit Ammoniak, Pestiziden und teilweise Schwermetallen belastet, der chemische und biochemische Sauerstoffbedarf ist hoch. Das Abwasser erfordert eine sichere Entsorgung zum Schutz der umliegenden Böden, Grundwasser und Oberflächengewässer.

Bislang musste das Abwasser für viel Geld außerhalb der Region entsorgt werden. Apateq hat mit „LeacPaq“ eine Lösung vor Ort. Das mit Ultrafiltration und innovativen Prozessen gereinigte Wasser entspricht den Anforderungen der geltenden Gesetzgebung zur Direkteinleitung. Neben dem Einleiten wird das Wasser zur Bewässerung, LKW-Wäsche und zur Staubbindung der Schotterstraßen der Deponie wiederverwendet. Die Anlage wird bis Ende 2018 ausgeliefert. Sie ist vollautomatisiert und kann ferngesteuert werden. Vorausgegangen waren längere Verhandlungen. Da Italiens Müllmafia immer wieder für Schlagzeilen sorgt, schaut auch die Politik mittlerweile genauer hin.

Apateq verspricht sich daher mögliche Folgeaufträge. „Denn mit den neuesten Technologiestandards der Membranfiltration arbeitet unser System auf höchstem Effizienzniveau und zu sehr niedrigen Kosten“, freut sich Apateq-CTO Ulrich Bäuerle. Darüber hinaus lägen die Betriebskosten niedriger, weil die Anlage nur alle paar Monate gereinigt werden müsse und daher viel verfügbarer sei als Konkurrenzsysteme.

Der Käufer Sicula Trasporti behandelt den Deponiemüll durch Faulung vor, um die organische Belastung zu reduzieren und sammelt Karton, Plastik und Metall. Anfallende Gase werden abgesaugt und im angrenzenden Blockheizkraftwerk in Strom umgewandelt. Der so erzeugte Strom von mehr als tausend Kilowatt wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.