PARIS

Mittal behält doch die Florange-Hochöfen und erhält EU-Beihilfen

Die französische Regierung und der Konzern ArcelorMittal haben sich auf einen Fortbestand des Stahlwerks im lothringischen Florange geeinigt, das zum Sinnbild des Kampfs um Arbeitsplätze im Land geworden ist.

Den 600 Arbeitern der beiden Hochöfen sollten ihre Stellen erhalten bleiben, erklärte der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault. Am Dienstag hatte der französische Präsident Francois Hollande ArcelorMittal-Chef Lakshmi Mittal in den Elysee-Palast zitiert. Nach Verhandlungen am Freitag erklärte nun der Eigentümer des Werks, ArcelorMittal, die stillgelegten Hochöfen doch nicht zu endgültig zu schließen und zudem in das Werk Investitionen in Höhe von 180 Millionen Euro über die kommenden fünf Jahre zu tätigen, wobei offenbar das EU-Förderprogramm Ulcos in Höhe von 150 Millionen Euro in Anspruch genommen wird, welches eine umweltfreundliche Stahlproduktion fördert.

Um die Zukunft von Florange hatte es zuvor monatelang Spekulationen gegeben. Unter anderem war von einer möglichen Verstaatlichung die Rede gewesen, was vor allem aus Kreisen der Unternehmerschaft auf Kritik gestoßen war. Laurence Parisot, Vorsitzende des französischen Unternehmensverbandes dazu: „Ich war diese Woche in Hong Kong und kann Ihnen sagen, dass die Investoren dort Frankreich nicht mehr verstehen.“ Eine Drohung mit Enteignung und Verstaatlichung sei skandalös. Regierungschef Ayrault erklärte nun am späten Freitag abend, ArcelorMittal habe „ohne Bedingungen“ dem Investitionsplan der Regierung zugestimmt. Die betroffenen Gewerkschaften reagierten hingegen skeptisch auf die Einigung. Damit würden sie sich weiterhin „in den Klauen von Mittal“ befinden, hieß es. Wegen der auf dem Markt vorhandenen Überkapazitäten werden die beiden Hochöfen vorerst allerdings nicht wieder ihren Betrieb aufnehmen.MM/ dapd