LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Entwickler Klei schickt den Spieler mit „Oxygen Not Included“ ins Innere eines Asteroiden

Survival mit all seinen Abwandlungen liegt weiterhin im Trend. Im Mai dieses Jahres hat das unabhängige Entwicklerstudio Klei Entertainment ihren jüngsten Spross in den Early-Access geschickt - und der kann sich schon sehen lassen. In „Oxygen Not Included“ (ONI), das visuell an den Hit der Kanadier „Don’t Starve“ erinnert, landen drei per Zufallsgenerator erstellte Figuren inmitten eines Asteroiden. Doch das Portal funktioniert nur in eine Richtung, sodass sich die Kolonisten darauf einstellen müssen, im Inneren des zufällig generierten Asteroiden auszukommen. Glücklicherweise kommt zumindest in manchen Höhlen das Oxylite-Gestein vor, das vorübergehend Sauerstoff generiert. Auch etwas Nahrung hat es durchs Portal geschafft. Doch um ihr Überleben zu sichern, müssen sich die drei immer tiefer ins Gestein wagen.

Die große Besonderheit von „Oxygen Not Included“: Alle Substanzen haben physische und physikalische Eigenschaften und interagieren auch untereinander. Das von Mensch und Maschinen generierte Kohlendioxid etwa lagert sich am Boden ab, während sich Wasserstoff allmählich unter der Decke ansammelt. Flüssigkeiten können temperaturbedingt den Aggregatzustand wechseln. Auch Raumdruck und Temperatur spielen eine Rolle - vor allem im späteren Spielverlauf.

Während wir uns durch den Sandstein von Höhle zu Höhle graben, stoßen wir auf Pflanzen, Wasser, Sand, Erde oder Erze. In der 2D-Ansicht ziehen wir ähnlich wie in Terraria Wände durch die ausgehöhlten Areale, platzieren ein paar rudimentäre Betten, ein Hamsterrad zur Stromproduktion sowie eine Forschungsstation - und ganz wichtig: eine Toilette. Mit dem „Algae Deoxydizer“ verwandeln wir außerdem Algen zu Sauerstoff, denn das Oxylite ist irgendwann aufgebraucht.

Ein Netz aus Rohren und Kabeln

Die Erkundung bringt neue Herausforderungen. „Balm Lily“ etwa, eine Pflanze zur Herstellung von Medikamenten, finden wir nur in Chlorin-verseuchten Biomen. Damit sich die Bewohner nicht in Keimschleudern verwandeln, platzieren wir Waschbecken und Duschen, schließlich wollen wir Krankheit vermeiden. Komplex wird die Angelegenheit dadurch, dass wir die sanitären Anlagen mit Frischwasser versorgen und auch das Abwasser irgendwo abführen müssen. Pumpen zum Transportieren von Flüssigkeiten und Gasen benötigen wiederum Strom. Ohne weiteres produzieren lässt sich der aber nicht. Während das Netz aus Rohren und Kabeln wächst, wird Planung zunehmend wichtig. Auch mit Blick auf die Temperatur. Denn die Maschinerie, nach und nach per Forschung freigeschaltet, heizt die gesamte Basis allmählich auf, was dazu führen kann, dass bestimmte Pflanzen nicht mehr wachsen. Flüssigkeiten und Gase können zwar gekühlt beziehungsweise erhitzt werden; das kostet aber viel Energie. Stattdessen kann es sinnvoller sein, Wände frühzeitig zu isolieren. In der organischen und dynamischen Spielwelt, die Klei schafft, ist der Spieler ständig gefordert, über das Ökosystem seiner Basis zu wachen.

Da die Entwickler die Spielmechanik derzeit noch weiter ausbauen, ist es für ein finales Fazit, auch mit Blick auf Langzeitmotivation und Balancing, noch zu früh. Frühere Erfahrungen mit anderen Titeln des Entwicklers stimmen jedoch zuversichtlich, dass es Klei auch diesmal gelingen wird, letzten Endes ein ausgereiftes „Oxygen Not Included“ zu veröffentlichen. Und, wer weiß, bei der Gelegenheit vielleicht sogar einen Mehrspielermodus anzukündigen.

Erhältlich im Early-Access für etwa 23 Euro.