LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Bereit für den Wettkampf: Bodybuilderin Stana Bosic will es am Sonntag wissen

Es sind nur noch ein paar Tage bis zum Wettkampf. Das Training ist soweit gelaufen, der Rest ist jetzt Kopfsache und gute Ernährung und gezieltes Trinken. Bodybuilderin Stana Bosic wird sich am Sonntag den Juroren bei der nationalen und internationalen Meisterschaft im Casino 2000 in Mondorf-les-Bains stellen. Bei der „National and International Championship“ der „International Federation of Bodybuilding Luxembourg“ (IFBBL) stehen zwei Wertungen in einem Wettkampf an, zudem will die 24-Jährige auch am für alle offenen „Iron Man and Iron Maiden Cup“ teilnehmen.

Vier Tage vor dem Wettkampf wird sie das Training einstellen, damit die Muskulatur genug Zeit zur Formung bekommt. Das Training der Beinmuskulatur hat sie schon am vergangenen Wochenende eingestellt. „Sonst sind sie aufgeschwemmt.“

Wert auf Schönheit und Ästhetik

Vor einem Jahr hat sie dabei in der Kategorie „Bikini Fitness Juniorinnen“ national den ersten und international den dritten Platz belegt. Diesmal hat sie andere Pläne: Nach hartem Training wechselt sie, wie schon geplant, in eine andere Wettkampfklasse und gibt ihr Debüt in der Bodyfitness-Klasse der Frauen. „Das Jahr über habe ich Masse aufgebaut und die Muskulatur verbessert“, erklärt Stana.

In der Bikinifitness-Klasse, eher feminin und ohne sichtbar ausgeprägte Muskeldefinition, habe sie sich nie wohl gefühlt, daher der Wechsel in die muskelbetontere Wettkampfklasse. „Bei der Bodyfitness habe ich immer die Formen und Proportionen bewundert. Ich finde es schön, wenn man auch bei Frauen Muskeln und Sehnen sieht.“ Der angefertigte Bikini für den Auftritt liegt längst bereit, denn sie legt auch viel Wert auf Schönheit und Ästhetik. „Ich will vermitteln, dass auch ein athletisch gebauter Körper schön und weiblich sein kann, die Leute sollen sagen ‚wow‘, das will ich auch.“ Und damit will Stana auch ein Vorbild für junge Mädchen sein.

Dabei bringt sie Uni - sie studiert Zahnmedizin an der „Université Catholique de Louvain“ - und Training unter einen Hut. Nach den Examen hat sie das Trainingspensum verdoppelt und an sechs Tagen der Woche für jeweils zwei Stunden trainiert. Der Zeitpunkt für den Wettkampf war günstig, weil ihre Hauptexamen erst nächstes Jahr anstehen. „Dann kann ich mich nicht mehr auf das Training konzentrieren“, weiß sie bereits jetzt abzusehen. „Ich will jetzt auch einfach wissen, wo ich stehe. Es geht ihr mehr darum, ihre neue Form mit der aus dem Vorjahr zu vergleichen, als zu schauen, wie die anderen denn so sind. „Ich will mich nicht mit anderen vergleichen, weil diese andere Lebensumstände haben“, erklärt sie und ergänzt, „ich habe mich früher dennoch dabei ertappt, aber dann gemerkt, je mehr ich das mache, desto schlechter geht es.“ Also konzentriert sie sich nun auf sich selbst, coacht sich selbst. Durch ihr Studium kennt sie sich auch fachlich mit Muskelgewebe, Stoffwechsel und Reaktionen auf Lebensmittel aus. Nach einem ärztlichen Gesundheitscheck legte sie los.

„Mein persönliches Ziel schon erreicht, unabhängig vom Resultat und den Wertungen.“ Und das ist die bessere Form im Vergleich zum Vorjahr, erreicht im Einklang mit ihrem Körper und ihrer Gesundheit. In der für Stana neuen Wettkampfklasse wird vielmehr Wert auf die Härte der Muskulatur gelegt. „Das sieht man, ob gut trainiert wurde oder nicht.“ Zudem sind die zu absolvierenden Posen andere als in der Bikinifitness. Auch die Symmetrie beider Körperhälften spielt eine große Rolle. „Die Jury wird mich vom Vorjahr kennen und da zählt auch der Fortschritt, dass man dran bleibt und sich verbessern will“, hofft Stana, die doch schon ziemlich nervös ist. „Ich bin sehr aufgeregt, das wird ein Debüt in einer ganz anderen Klasse und entscheiden, ob ich mit dem Sport weitermachen möchte.“

Die Normalität im Blick

Am Sonntag gilt es für sie dann auch, sich das Niveau anzuschauen, ohne sich die falschen Vorbilder zu suchen. „Viele Athleten können die Vorbereitung gar nicht genießen oder danach aus dem Diätplan herauskommen, man darf den Genuss am Essen nicht durch Sport verlieren, man macht ja den Sport, um sich gut zu fühlen.“ Eines der schwierigsten Dinge sei es, nach einem Wettkampf psychologisch gesund zu bleiben und wieder in die Normalität zu finden. Da helfe es, seine Gefühle gegenüber seinem Umfeld zu äußern. „Sport soll nicht mein Leben kontrollieren, wenn man die Passion zum Beruf macht, dann verliert man die Passion.“

Mit ihrem Freund, ebenfalls in Fitness und Bodybuilding engagiert, betreibt sie seit sechs Jahren die Facebookseite „Fitspiration Luxembourg“. Dort veröffentlichen sie jede Menge eigene und leckere Rezepte, aber auch Motivationsfotos, um ihren Followern Lust auf einen gesünderen Lebensstil zu machen. „Ich trainiere lieber eine halbe Stunde mehr, als dass ich weniger esse“, sagt Stana lachend. In der heißen Endphase des Trainings braucht sie dann 3.300 Kalorien pro Tag. Die Fans schätzen den Fokus auf das gesunde Essen, denn inzwischen haben die beiden fast 11.000 Facebook-Follower.


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