MONACO
PATRICK WELTER

In den Seealpen gefahren: Der fünftürige Kompakte von Audi

Die Côte d’Azur ist im späten November klimatisch auch nicht der große Brüller, aber 18° und ein bedeckter Himmel sind immer noch besser als der kalte Frühwinter im heimischen Luxemburg.

Der Ingolstädter Premiumhersteller AUDI hatte sich das alte Seeräubernest Monte Carlo ausgesucht, um die fünftürige Version der vor wenigen Monaten eingeführten dritten Generation des Premium-Kompakten Audi A3 vorzustellen. Um die Dynamik, wahrscheinlich mehr die der potentiellen Kunden, als die des Autos zu unterstreichen, hat die niederbayerische Marketingabteilung sich schon vor einigen Jahren den weltweit verständlichen aber sinnfreien Namen „Sportback“ ausgedacht. Na gut, wem’s gefällt, aber ohne allzu viel vorwegnehmen zu wollen: Mehr gibt’s nicht zu meckern.

Schöner Stau in der Unterwelt

Weniger das völlig verbaute Monaco, das mittlerweile auch in den Nebensaison einen Verkehrsstau nach dem anderen generiert. Trotz eines Gewirrs von Straßentunneln, das mehr an Harry Lime’s Wiener Kanalisation, als an die Riviera erinnert, geht es nur im Schritttempo voran. Wenigstens in guter Gesellschaft, denn die Rolls-Royce und Bentley-Dichte dürfte immer noch die höchste der Welt sein.

Flink um die Kurven in den Seealpen

Ist man erst mal auf der Autobahn oder noch besser auf den Nebenstraßen der Seealpen, kann man den A3 endlich genießen. Ganz in der Nähe berühmter Rallye-Sonderprüfungen (bis zum „Col de Turini“ haben wir es leider nicht geschafft) zeigt der A3 Sportback, der gegen den allgemeinen Trend gegenüber dem Vorgänger um bis zu 90 Kilo leichter wurde, was für ein agiles Kerlchen er ist.

Dem Luxemburgischen Hang zum Diesel widerstehend, haben wir uns einen 1.4 Liter TFSI mit der 7-Gang-Stronic und 140 PS aus dem Angebot der Testwagen gegriffen, spurten von Kurve zu Kurve und sind völlig überrascht, wie dieses Motörchen (bei nur 107 kg Gewicht!) abgeht. Eigentlich ist die Überrschung nicht so groß, denn schon bei der Vorstellung des einfachen A3 auf den sommerlichen Straßen Mallorcas beeindruckten die neu entwickelten Motoren durch ihre innovative Technik und ihre Kraftentfaltung aus kleinen Hubräumen.

Der kleinste Motor ist übrigens der 1.2 TFSI, der aus seinen 1.200 Kubikzentimetern stramme 105 PS herausholt. Allerdings wird dieser Motor nicht, oder vielleicht auch noch nicht, in Luxemburg angeboten. Man muss kein Prophet sein, um zu vermuten, dass die Luxemburger beim Marktführer wieder nach dem dicken Diesel (der nur ein 2.0 TDI ist) mit 184 PS greifen werden. Die Dieselpalette des A3 Sportback umfasst einen 1.6 TDI mit 105 PS (werksseitig mit einem Verbrauch von 3,8 Liter angegeben) und eine weitere Variante des 2.0 TDI mit „nur“ 150 PS.

„Unser“ 1.4 TSFI zeichnet sich neben seiner Agilität besonders durch eine Innenraumgestaltung mit einer sagenhaften Qualitätsanmutung aus. Oberklasse-Feeling in der Kompaktklasse, wobei nicht von teurem Leder die Rede sein muss, sondern der Qualität, die bereits in der Basisausstattung mehr als überzeugen kann. Die Lufteinlässe im Turbinendesign und die langgestreckte Bedieneinheit der (serienmäßigen) Klimaanlage setzen leichte nostalgische Akzente, wie bei einer alten Musicbox. Aber in diesem Auto spielt sowieso die Musik.