LUXEMBURG
CB

Entwicklungszusammenarbeit mit neuer Strategie und Identität

Mit Blick auf die nachhaltigen Entwicklungsziele für das Jahr 2030 hat sich Luxemburg im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit eine neue Strategie gegeben, die auf vier unter einander verbundenen, thematischen Prioritäten beruht. Unter einen verbesserten Zugang zu einer qualitativen Grundversorgung („améliorer l‘accès à des services sociaux de base de qualité“) fallen dabei etwa die Entwicklungsziele wie die Bekämpfung von Armut und Hunger sowie der Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und sauberem Wasser. Die weiteren Prioritäten befassen sich mit der Geschlechtergleichstellung, menschenwürdiger Arbeit und der Verringerung von Ungleichheiten, mit der Förderung eines dauerhaften und inklusiven Wachstums (inklusive der Bekämpfung der Folgen des Klimawandels) sowie viertens die Förderung einer inklusiven Gouvernance, also etwa für Frieden und Gerechtigkeit zu sorgen sowie starke Institutionen aufzubauen.

Romain Schneider, Minister für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, gab gestern der Presse einen Einblick in die neue Strategie, die während anderthalb Tagen ebenfalls Inhalt der diesjährigen „Assises de la Coopération luxembourgeoise“, am Mittwoch und Donnerstag der vergangenen Woche, war. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das 40-jährige Bestehen der Ausführungsagentur LUXDEV gefeiert. Das übergeordnete Ziel der Strategie lautet, über eine Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung auf wirtschaftlichem, sozialen und umwelttechnischen Plan Armut zu verringern und im Idealfall zu beseitigen. Die neue Strategie setzt auch weiterhin auf einen geografisch konzentrierten Einsatz der Mittel. Seit 2016 bestehen sieben strategische Partnerschaften. Neben Laos (Südostasien) und Nicaragua (Zentralamerika) befinden sich fünf
Hauptpartnerländer in Westafrika: Burkina Faso, Cabo Verde, Mali, Niger und der Senegal. In Tunesien, früheres Partnerland der luxemburgischen Entwicklungshilfe, ist derweil für kommenden Monat eine „Identifizierungsmission“ geplant, eine Art Bedarfsermittlung. Ein Ziel soll es sein, Perspektiven für die junge Generation zu schaffen und so beispielsweise eine Radikalisierung zu verhindern.

Armand Drews meinte gestern, der „Cercle de Coopération“ der Nichtregierungs-Entwicklungsorganisationen, dem er als Verwaltungspräsident vorsitzt, sei „global zufrieden“ mit der neuen Strategie. Drews begrüßte auch die Tatsache, dass Luxemburg sich auch weiter dazu verpflichtet, ein Prozent seines Bruttonationaleinkommens für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit auszugeben. Er plädierte für eine engere Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren auf diesem Gebiet, um Synergien zu schaffen und effizienter zu arbeiten. Als eine „wichtige Zwischenetappe“ bezeichnete er das im Vorjahr eingeweihte „Haus der Nichtregierungsorganisationen“, wodurch schon „sehr viele Aktivitäten“ entstanden seien. Allerdings will der „Cercle“ in Zukunft eine größere „Maison des ONG“, in die dann auch das Informationszentrum CITIM integriert werden könne.