LUXEMBURG
ROY OSTROWSKI

Drohnenfliegen wird immer öfter zum Hobby – und national wie international sogar zum Sport. Aber mit der weiteren Verbreitung kommen auch immer öfter Bedenken auf, die in den ferngesteuerten Multicoptern Risiken für die Allgemeine Sicherheit oder auch  die Privatsphäre sehen. Deshalb mehren sich auch die Versuche, dem Drohnenfliegen stärkere Regeln aufzuerlegen, wie etwa mit neuen Gewichts-Klassen und verpflichtenden theoretischen Kursen im Nachbarland Frankreich. Inwiefern das auch für Luxemburg ein treffendes Vorbild sein könnte, erklärt Roy Ostrowski, Präsident des Drohnenclubs FPVNation.

„Alle Copter bis 800 Gramm sind nach den neuen Regeln zulassungsfrei, darüber wird zumindest ein theoretisches Examen fällig und für Profigeräte müssen künftig sogar praktische Kurse verpflichtend werden – alles das zieht inzwischen in Frankreich an. Die Idee, die Nutzer stärker in Verantwortung zu nehmen, ist damit also gegeben.

Auch hierzulande muss im Zweifelsfall erst eine Flugerlaubnis angefordert werden, bevor wir unsere Copter starten lassen; das läuft also alles nach Vorschrift, und die Luftsicherheit ist sich des Themas der Drohnen durchaus bewusst. An Regeln hapert es in Luxemburg so gesehen aber nicht, denn der gesunde Menschenverstand herrscht in jedem Fall: Selbstverständlich dürfen Drohnen nicht dicht über Menschenköpfe rasen, ungefragt auf Privatgrundstücken herum fliegen oder am Flughafen surren.

Aber das eigentliche Problem – Nutzer, die mit kleinen Coptern innerorts und auf öffentlichen Orten Schabernack betreiben – wird mit Regeln wie in Frankreich zugunsten einer starken Reglementierung der ‚dicken Brummer‘ nicht angegangen.  Da hilft auch letztendlich das dickste Gesetzesbuch oder selbst europaweit umzusetzende Regelungen nicht weiter, denn verantwortungslose Nutzer werden sich auch dann nicht um das Gesetz scheren. Stattdessen müsste mehr Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit geleistet werden; Drohnen sind zu immer günstigeren Preisen im Handel frei erhältlich und immer leichter zu steuern, was Nutzer schnell dazu verleitet, wild und unkontrolliert auf Abenteuerflug zu gehen. Wenn sie sich dann nicht bewusst sind, dass Drohnen eben kein Spielzeug sind, sondern verantwortungsvoll geführt werden müssen, dann sind Zwischenfälle vorprogrammiert. Da reicht auch ein verirrter Copter, und aus der Mücke wird dann in der Öffentlichkeit und den Medien allzu schnell ein Elefant.

Sollte es jedoch zu einer klareren Gesetzesgebung kommen, so wäre es zumindest wünschenswert, bei der Gelegenheit auch den Drohnensport stärker zu berücksichtigen. Hier sind wir nämlich immer noch in einer vergessenen Nische; das wäre eine gute Gelegenheit, einen verständlichen und vernünftigen Kader zu schaffen.“

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