LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Hommage à la Môme - Le vie d’Edith Piaf“ erinnert an die legendäre Sängerin

Jean Noesen, Autor, Schauspieler und Regisseur beim Théâtre Grand-Ducal, sah in München ein Stück über Edith Piaf, das er als schlecht ansah. Vom Schicksal dieser Frau fasziniert, schrieb er selbst ein Theaterstück, „Hommage à la Môme - La vie d’Edith Piaf“. Mit Véronique Kinnen fand er eine Sängerin, die unter verschiedenen Bedingungen den „Spatz von Paris“ spielen wollte: Unter keinen Umständen wollte sie, die eine klassischen Musikausbildung gemacht hat, sich ihre blonden Haare schwarz färben, und auch ihre Stimme wollte sie nicht verstellen. Ihre Einschränkungen passten sowohl dem Autor wie dem Regisseur Jean Noesen ins Konzept, denn er wollte keine Kopie von Edith Piaf auf die Bühne stellen, sondern eine Hommage an sie präsentieren. Besonders ihre Affären mit einfachen Männern oder den späteren Größen wie Yves Montand, Georges Moustaki oder Charles Aznavour interessieren Noesen. Schauspieler Claude Faber spielt all diese Männerrollen, und Romain Kerschen begleitet beide am Klavier. Zu verschiedenen Liedern tanzen im Hintergrund Nathalie Ludwig und David Müller. Das „Lëtzebuerger Journal“ besuchte die Generalprobe im Kulturzentrum „Al Schmelz“ in Steinfort.

Gefühlvoller Gesang

Im Hintergrund werden Bilder von Edith Piaf und Paris auf eine Leinwand projiziert. Eine Off-Stimme erzählt auf Luxemburgisch, dass sie 1915 als Edith Giovanna Gassion in Paris auf die Welt kam. Von ihrer Mutter verlassen, wurde sie in die Obhut ihrer Großmutter übergeben. Später brachte sie ihr Vater zu seiner Mutter in die Normandie, die dort ein Bordell betrieb. Mit ihrem Vater, einem Akrobaten, ging sie auf Tournee, um ihn, der recht brutal zu ihr war, im Alter von 15 Jahren zu verlassen. Sie hat Simone Berteaut, genannt Mômone, kennengelernt und tritt mit ihr als Straßensängerin in Paris auf. Véronique Kinnen hat ihren ersten Auftritt und singt „Marie Trottoir“. Claude Faber betritt die Bühne als ihr erster Freund P’tit Louis, mit dem sie ein Mädchen zeugt, das aber im Alter von zwei Jahren stirbt. Sie hat anschließend eine Affäre mit dem Zuhälter Albert, der sie brutalisiert. Sie singt „Le droit d’aimer“, und in Kinnens Stimme dringen die Gefühle durch, die Piaf ebenfalls empfunden haben muss.

Langsam wächst Piafs Popularität. Sie tritt im Cabaret Louis Leplée auf und wird wegen Mordes angeklagt, und Kinnen singt „Je m’en fous pas mal“. Die Lieder werden also nicht direkt chronologisch gesungen, sondern passen sich den Lebenslagen von Piaf an. Sie lernt den noch unbekannten Yves Montand kennen und singt im Duett mit ihm „Mon manège à moi“, wobei Faber beweist, dass er ebenfalls singen kann. Es folgen Affären mit dem Boxer Marcel Cerdan, Georges Moustaki, Charles Aznavour, und schließlich heiratet sie den 20 Jahren jüngeren Théo Sarapo. „Non je ne regrette rien“ heißt ihre finale Stellungnahme zu ihrem Leben, das durch Alkohol, Drogen und einen Leberkrebs 1963 sein Ende findet.

Noesen präsentiert keine komplette Biografie, sondern zeigt wie Piaf mit verschiedenen Männern umging und sie mit ihr. Véronique Kinnen kann den Situationen gerecht werden, ist mal energisch, mal ergeben, aber immer versucht sie, sich nicht von den Männern unterbuttern zu lassen. Mit ihrer klassischen Sopran-Stimme lässt sie spätestens nach dem zweiten Lied, „La vie en rose“, vergessen, dass Piaf anders klang, und dass keine Kopie von Piaf auf der Bühne steht, sondern Véronique Kinnen. Claude Faber gelingt es, alle Rollen mit immer neuer Energie zu spielen, seinem Talent und einer Reihe von Kostümen. „Hommage à la Môme - La vie d’Edith Piaf“, das von der Gemeinde Steinfort koproduziert wurde, überrascht und ist den Besuch wert.

Das Stück wird am 21. Oktober um 20.00 Uhr mit französischen Untertiteln in der „Al Schmelz“ gespielt, am 26. und 27. Januar 2019 sowie am 10. Februar (17.00). Tickets kann man unter der Telefonnummer 399 313 213 reservieren oder unter der Email-Adresse natascha.pierrat@steinfort.lu. Es wird auch noch am 8. November in der Tetinger „Schungfabrik“ gespielt und am 6. Januar 2019 in Bascharage „Am Treff“ sowie am 20. Januar in Petingen im „Home“. Hier gilt dann die Telefonnummer 621 298 796 sowie die Email-Adresse theatre.grand-ducal@hotmail.com.