LUXEMBURG
INGO ZWANK

„Food4All“: Ilana Devillers und Xénia Ashby packen bei „Stëmm vun der Strooss“ mit an

Die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung ist eines der Ziele der Regierung, wird der Minister für Konsumentenschutz, Fernand Etgen, nicht müde zu betonen. Um das Bewusstsein der Bürger zu schärfen und die Entwicklung eigener Ideen zu fördern, hat sein Ministerium den Kommunen Ende 2016 vorgeschlagen, sich einem Solidaritätspakt im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung anzuschließen. Gegenwärtig haben sich über 70 Gemeinden, die über 70 Prozent der Bevölkerung repräsentieren, diesem Pakt angeschlossen und begonnen, Maßnahmen auf kommunaler Ebene umzusetzen, insbesondere auf der Ebene der Schulverpflegung, sagt der Minister. Das Ministerium stellt den Teilnehmern Informationsbroschüren, Aufkleber, Bildungs- und Informationsmaterial sowie eine Wanderausstellung zur Verfügung.

Win-Win-Win-Situation für Konsumenten, Supermarkt und die Umwelt

Diesem Thema haben sich auch Ilana Devillers und Xénia Ashby angenommen, die mit ihrem Projekt „Food4All“ durchstarten. Die Idee ist, Produkte, die bald das Haltbarkeitsdatum erreichen, zentralisiert auf einer Plattform zu präsentieren, so dass Menschen mit geringem Einkommen diese erwerben können. Es wird einem auf dieser Plattform angezeigt, dass beispielsweise im Supermarkt XY das Produkt A günstiger zu erwerben ist. Dadurch profitieren auch die Supermärkte, denn sie können diese nur noch „kurz haltbaren“ Produkte noch verkaufen. „Eine Win-Win-Win-Situation für alle, Konsumenten, Supermarkt und auch den Planeten“, sagen Ilana Devillers und Xénia Ashby. Denn dafür stehe „F4A: Wenn Du was für den Planeten tun willst, dann kannst Du es jetzt einfach, ohne mehr dafür bezahlen zu müssen. Umweltbewusst zu leben kann manchmal nämlich zusätzliche Kosten bedeuten.“ Und Lebensmittelverschwendung sei schließlich ein sehr großes Gesellschaftsproblem, so die beiden.

Im Oktober sei der offizielle Start mit Delhaize geplant, aber auch andere Supermärkte werden mit dabei sein, wie die beiden gestern verrieten. Da waren beide bei „Stëmm vun der Strooss“ in der Küche aktiv, um einmal selbst mit Hand anzulegen und die Lebensmittel, die ja Hauptbestandteil ihres Projekts sind, mitzuverarbeiten - und „natürlich zu kräftig helfen. Eben an Ort und Stelle Erfahrungen sammeln“, sagen Devillers und Ashby. So starteten die beide pünktlich um 9.30 in der Küche mit dem Auspacken der Lebensmittel. „Heute stehen Pizza, Pasta, Bratwurst auf dem Speiseplan“, erzählen die beiden mit einem Schmunzeln - und müssen schon wieder eine Ladung Nudeln im Wärmebehälter unterbringen, „und vor allem Nudeln“, sagt Ashby. Devillers und Ashby haben sich als Ziel gesetzt, dass ihr Projekt F4A nicht an den Landesgrenzen Halt macht, sondern grenzüberschreitend Anklang findet. „Und die Resonanz der Leute ist sehr positiv, wir haben schon tolles Feedback bekommen“ - was sicherlich auch den Minister für Konsumentenschutz erfreuen wird.

Mehr zu „Food4All“ auch auf Facebook unter „F4A“.