LUXEMBURG
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Freestyle-Fußballer Sven Fielitz reist mit zwei „Nachwuchsstars“ zum „Super Ball“ nach Prag

Er ist in den Niederlanden, in Brasilien oder auch Japan unterwegs gewesen, wo er vor großem Publikum und Jury sein Ball-Gefühl präsentierte. Sven Fielitz, 27 Jahre, zählt zu den besten Freestyle-Fußballern in Europa. Der Luxemburger aus Niederanven hat sich dieser Sportart in allen Belangen verpflichtet - selbst der Nachwuchsförderung, reist er doch mit den beiden Talenten Oliver Hannibal (14) und Mohamed Mazghi (16) am 21. August zu den „Super Ball World Open Freestyle Football Championships 2018“ nach Prag. Vor ihrer Abreise konnten wir uns mit Sven und Oliver über ihren Sport unterhalten.

Sven und Oliver, erzählt einmal kurz: Wie seid ihr zum Freestyle-Fußball gekommen?

Sven Fielitz Ich bin in Niederanven aufgewachsen und wohne auch dort. Ich wollte nach meinem Abschluss am Gymnasium Informatikingenieur studieren, habe aber dann die Richtung geändert zu Film und Medienproduktion. Filme zu drehen war bereits in einem frühen Alter eine große Leidenschaft von mir. Mit dem Freestyle-Fußball habe ich mit ungefähr 15 Jahren angefangen, wobei ich aber auch vorher Fußball gespielt habe. Dann habe ich gemerkt, dass ich gerne mit dem Ball jongliere. Dann habe ich auch YouTube-Videos unter anderem von Soufiane Touzani gesehen und ich habe versucht, diese Bewegungen nachzumachen. Mit 17 etwa habe ich mich entschieden, mich ganz dem Freestyle zu widmen.

Oliver Hannibal Ich spiele auch noch Fußball im Verein. Ich habe, wie Sven auch, Videos auf YouTube gesehen - von Andrew Henderson. Dann habe ich versucht, den ein und anderen Trick nachzumachen... (Anmerkung: Henderson ist wohl der beste Freestyle-Fußballer der Welt und ein echter Superstar der Community, er ist mehrfacher World Champion).

Wie seid ihr beiden zusammengekommen?

Fielitz Oliver hat mich, glaube ich, auf Instagram angeschrieben…

Hannibal Ich habe ihn gefragt, ob es nicht möglich wäre, einmal mit ihm zu trainieren. Das hat dann 2016 auch geklappt. Wir haben bei der Philharmonie eine erste Trainingseinheit gehabt, mit ein paar anderen Freestylern zusammen. Das war schon sehr beeindruckend für mich. Ich habe einfach mal gezeigt, was ich kann - und habe dann tolle Tipps und Ratschläge von den erfahrenen Freestylern bekommen.

Fielitz Ich habe bei Oliver sofort gesehen, dass er mit Leidenschaft bei der Sache ist. Ich habe schon mit vielen anderen trainiert. Die waren auch gut - aber eben nicht so wie Oliver. Ich habe gemerkt, dass er sehr motiviert ist und dass er nicht nur Tricks der anderen kopieren will, sondern auch seinen eigenen Stil sucht und in den Darbietungen mit einbringt. So sind wir dann auch bei einer Trainingseinheit ins Gespräch gekommen, dass in Prag die „Freestyle Football Championships“ stattfinden. Nachdem ich mit seinen Eltern gesprochen hatte, stand einer Teilnahme im letzten Jahr nichts im Wege.

Und wie war diese erste Teilnahme für Dich?

Hannibal Es war sehr beeindruckend, absolut cool. Es war toll, zu sehen, wie eng die Gemeinschaft hier ist. Immerhin waren Sportler aus aller Welt hier. Ich selbst als Anfänger bin in der „Rookie“-Klasse angetreten. Mein Resultat war zwar nicht so besonders, aber ich habe sehr viele Erfahrungen sammeln können.

Und somit war klar, dass auch 2018 Prag im Kalender steht?

Hannibal In diesem Jahr trete ich nicht mehr bei den Anfängern an. Ich möchte schon zeigen, dass ich beim „Main Battle“ - hier treten vier Spieler quasi gegeneinander an und erhalten Punkte - vielleicht weiterkomme, aber wenigstens nicht Vierter werde, denn dann müsste ich wieder in die „Rookie“-Klasse.

Fielitz Ich selbst weiß noch nicht, ob ich in diesem Jahr antreten werde oder nicht. Ich war verletzt und bin nicht auf dem Niveau, wo ich sein möchte. Ich werde die Entscheidung spontan treffen…

Wenn man die Choreografien, aber auch die sportliche Anstrengung anschaut: Ist „Freestyle Football“ nun Sport oder doch eher Kunst? Oder doch eine Mischung aus beiden?

Fielitz Das sieht sicherlich jeder anders. Es gibt viele Grundelemente, die man aber unterschiedlich präsentieren kann. Für die Russen beispielsweise ist es sicherlich ein Sport, die Performance wird hart und schwer vorgetragen. Schaut man sich hingegen die Asiaten an, stellt man fest, dass die ihre Übung wesentlich fließender präsentieren und sich auch viele Gedanken um die Übergänge machen. Für mich ist es sicher eine Kombination aus Sport und Kunst.

Noch ein Wort zu Luxemburg: Wie sieht es denn mit der nationalen Szene aus?

Fielitz Es ist eine kleine Szene, aber eine Szene, die wächst. Aktuell sind wir mit mir rund fünf Freestyler, die den Sport ernsthafter betreiben.


Über das Abschneiden bei den „Super Ball World Open Freestyle Football Championships 2018“ werden wir natürlich berichten