LUXEMBURG
KIM GREIS

Modernes Spiel im alten Stil: „The Messenger“ von Sabotage Studio

Der kürzlich erschienene Indie-Titel „The Messenger“, der bereits seit 2016 erwartet wird, ist ein Action-Jump’n’Run-Spiel im klassischen Stil. Das heißt, dass sich an 8- und 16-Bit-Grafiken bedient wurden, um das Spiel möglichst authentisch an die NES- und SNES-Spiele erinnern zu lassen. Um zu überprüfen, ob der Indie-Titel von Sabotage Studio die zahlreichen Auszeichnungen, die er bereits vorab erhalten, verdient hat, haben wir ihn auf Herz und Nieren getestet.

Die Story ist ziemlich simpel, denn der Spieler schlüpft in die Rolle eines bestenfalls mittelmäßigen Ninjalehrlings, der sich darüber langweilt, dass keine Action an dem Ort ist, an dem sich die Menschen nach einer Dämonenplage zurückgezogen haben. Nach einer langen Zeit des Friedens kehrt der Dämonenkönig jedoch zurück und tötet alle Lehrlinge bis auf den Protagonisten, der fortan mit der Rolle des „Messengers“ betraut wird und eine Schriftrolle zur Spitze eines Berges bringen muss, damit sein Clan überlebt. Auf seiner Reise begegnet er zahlreichen Feinden, Hindernissen und Fallen, die man überwinden muss.

Simpel aber ausgereift

Das Gameplay ist sehr einfach und wird stetig erweitert. So kann man zu Beginn lediglich springen und angreifen. Manche Erweiterungen kann man sich kaufen, ähnlich einem Talentbaum, wie man es aus anderen Videospielen kennt und andere erlangt man ortsgebunden im Laufe des Spiels. Dies sind beispielsweise Wurfgeschosse, einen Paragleiter oder etwa einen Wurfhaken. Durch die neuen Elemente, die kontinuierlich eingeführt werden, wird ein Spielfluss geschaffen, der den Spieler ermuntert weiterzumachen.

Die Grafik ist erst im 8-Bit-Stil so wie beim NES, kann aber im Laufe des Spiels zu 16-Bit (wie beim SNES) umgestellt werden. Anschließend können alle Level in beiden Stilen gespielt werden, die Vergangenheit und Zukunft symbolisieren. Ähnlich ist es mit der Musik. Alles in allem sind sowohl Musik als auch Grafik sehr gelungen und geben das Feeling älterer Spiele gut rüber, ohne dass das Spiel jedoch veraltet wirkt.

Jump’n’Run mit Witz

„The Messenger“ ist jedoch mehr als ein einfaches Spiel, das an alte Zeiten erinnern soll. Vor allem die Bosse und die Dialoge zeigen, dass es ein durchaus modernes Spiel mit viel Witz ist. So kämpft man beispielsweise durch ein Missverständnis gegen einen Golem, der sich gerade dort aufhält, wo sich die Bosse üblicherweise aufhalten. Es gibt auch einen Ladenbesitzer, mit dem man in jedem Level reden kann. Von ihm erhält man Upgrades, entweder als Geschenk oder Kauf. Die Geschichten, die er erzählt, sind meist von geringer Relevanz, dafür aber sehr lustig, sodass es sich auf jeden Fall lohnt, sie sich anzuhören. Alles in allem weiß „The Messenger“ zu überzeugen und das nicht nur aus Nostalgiegründen. Die bereits erhaltenen Auszeichnungen hat das Spiel mehr als verdient. Wer gerne ein witziges und technisch ausgereiftes Abenteuer erleben will, kann sich das Spiel, das für PC und die Nintendo Switch erschienen ist, für etwa 15 bis 20Euro auf Steam oder im Nintendo eShop besorgen.