LUXEMBURG
GABRIELE SCHNEIDER

„Connect, Reflect, Act, Transform“ lautete das Motto der ersten europäischen Lesbenkonferenz, die vom 6. bis zum 8. Oktober 2017 in Wien abgehalten wurde. 44 Nationen und über 400 Lesben* haben teilgenommen. Aus Luxemburg waren die Vereinigung „Rosa Lëtzebuerg asbl“ und ihr Zentrum „Centre d’Informations Gay et Lesbien“ (CIGALE) mit einem Beitrag in einem der zahlreichen Ateliers und Workshops aktiv vertreten.

„Ziel der Konferenz war und ist es, ein Netzwerk aufzubauen, ein gemeinsames Fundament zu schaffen, wo Lesben- und Frauenanliegen aufgearbeitet und politisch relevant gemacht werden, dies auf europäischem aber auch auf internationalem Niveau.

Das Kernthema der gesetzlichen Gleichstellung in vielen Bereichen - besonders auch die auseinanderklaffende Schere zwischen Frauen- und Männergehältern - ist auch in Luxemburg noch immer ein Thema. Sind Frauen dann auch noch lesbisch, erfahren sie oftmals eine zusätzliche Diskriminierung.

Wichtig ist, ein Mehr an Visibilität zu erzielen: Lesbische Marginalisierung und Diskriminierung sichtbar zu machen und für die Akzeptanz lesbischer Lebensformen einzutreten.

Auch hier in Luxemburg sind Lesben weniger sichtbar als schwule Männer. Ein wesentlicher Grund dafür sind die noch immer stark präsenten typischen Geschlechterrollen, die traditionell in die Köpfe der Menschen eingebrannt sind. Aufgrund dieser Rollen werden Männer nach wie vor eher bevorzugt, verantwortungsvolle Posten zu bekleiden, und Frauen bleiben in vielen Fällen außen vor. In Luxemburg, wie auch in anderen europäischen Ländern, hat sich eine solidarische LGBTIQ-Community erst entwickelt, als einzelne Menschen mutig waren und in der Öffentlichkeit offen zu ihrer Orientierung stehen. Viele Frauen haben dies auch diesseits der Grenzen in den letzten Jahren getan, und das ist sehr wichtig für die Gesellschaft. ,Rosa Lëtzebuerg asbl‘ als Vereinigung und ihr Zentrum CIGALE regen mit Aktivitäten für lesbische* Frauen an, gemeinsam darauf aufzubauen.

Das Sichtbarmachen der Ungerechtigkeiten fördern, die Sichtbarkeit als grundlegendes Element zur Bekämpfung von Ungleichheit... dies soll ein Umdenken in der Gesellschaft anregen, hin zu mehr Inklusion, Respekt und Akzeptanz der Lesbe, der lesbischen Lebensformen im alltäglichen Leben und im Umgang miteinander!“

(* lesbische Frauen und alle Menschen, die sich mit „lesbisch“ identifizieren, solidarisieren und als Frau fühlen)