LUXEMBURG
KIM GREIS

Interview mit dem passionierten Mountainbikefahrer Jón Gales

Jón Gales, 21, studiert Molekular- und Zellbiologie in Straßburg. Neben seinem Studium ist Jón passionierter Mountainbikefahrer und fährt auch offizielle Rennen in der Disziplin Enduro. Wir haben Jón getroffen und ihn zu seinem Hobby interviewt.

Wie bist Du zum Mountainbikefahren gekommen?

Jón Gales bin in Schlindermanderscheid aufgewachsen. Das ist von der Einwohnerzahl her ein recht kleines Dorf, aber es ist etwas verstreut. So bin ich immer mit dem Rad zu Freunden gefahren. Es dauerte dann auch nicht lange, bis ich, noch mit dem Kinderrad, kurze Abstecher in den Wald gemacht habe. Das hat sich dann stetig weiter entwickelt, sodass ich mit 13 Jahren mein erstes Mountainbike bekam.

Welche Disziplinen gibt es und welche gefällt dir am meisten?

Jón Was Rennen angeht, ist Cross Country die bekannteste Disziplin. Sie ist auch bei den Olympischen Spielen vertreten. Dann gibt es noch Downhill, Enduro und viele andere. Die aufgezählten Disziplinen sind die, bei denen vor allem Rennen gefahren werden. Ich mag eigentlich alle Disziplinen, aber als Wettkampf mag ich Enduro am meisten. Es ist einfach das, was ich schon immer am liebsten gemacht habe, halt nur als Rennformat.

Was versteht man eigentlich unter Enduro?

Jón Der Begriff Enduro kam eigentlich erst richtig auf, als die ersten Rennen gefahren wurden. Vorher war Enduro auch als All Mountain bekannt. Es geht einfach gesagt darum, auf natürlichen Trails so schnell wie möglich den Berg runter zu fahren und trotzdem noch aus eigener Kraft wieder hochzukommen. Die Rennen sind wie eine Auto-Rallye aufgebaut. Es gibt mehrere Etappen, in der Regel fünf bis sechs, bei denen die Zeit genommen wird. Auf diesen geht es dann etwa bis zu 80 bis 90 Prozent bergab. Es kann aber auch mal kurze Gegenanstiege oder Sprints geben. Nach jeder Etappe muss man dann wieder den Berg hoch. Diese Transfers werden nicht gewertet, aber es gibt eine gewisse Zeit, in der man wieder am Start der nächsten Etappe sein muss.

Du studierst in Straßburg - erschwert Dir das Dein Hobby?

Jón Letztes Jahr habe ich noch an der Universität Luxemburg studiert und habe jeden Tag zwei Stunden für den Hin- und Rückweg von der Uni gebraucht. So blieb nicht mehr viel Zeit zum Trainieren übrig. In Straßburg habe ich dieses Problem nicht. Leider gibt es hier nicht direkt vor der Haustür richtige Berge, sodass ich mindestens 30 Minuten mit dem Auto aus der Stadt fahren muss, um zu trainieren. Dadurch komme ich nur an den Wochenenden zum Enduro fahren. In der Woche fahre ich aber im Stadtwald recht viel Cyclocross und mache über den Winter etwas Fitness als Vorbereitung für die Saison. Insgesamt war der Umzug nach Straßburg schon von Vorteil, da ich einfach mehr Zeit habe. Dazu kommt noch, dass die Vorlesungen und Klausuren in Straßburg ab Mai fertig sind, sodass ich längere Sommerferien habe, in denen ich auch zu größeren Rennen ins Ausland fahren kann.

Ist diese Sportart gefährlich?

Jón Wie jede Action-Sportart ist auch Enduro gefährlich, und Stürze bleiben natürlich nicht aus. Deswegen trage ich immer entsprechende Schutzausrüstung, wie Knieschoner, Helm und gegebenenfalls noch Rücken- und Ellenbogenprotektoren. Abgesehen von Schrammen und blauen Flecken hab ich bisher kaum Verletzungen.

Was sind Deine zukünftigen Ziele?

Jón In den letzten beiden Jahren konnte ich den nationalen Meisterschaftstitel gewinnen. Diesen will ich natürlich auch dieses Jahr wieder verteidigen. Abgesehen davon fahre ich noch Rennen in Belgien, Deutschland und Frankreich. Es wäre sehr schön, wenn ich es dabei mal unter die ersten zehn schaffen würde. Mit einem 16. Platz beim ersten Rennen in Belgien bin ich zuversichtlich, dass ich mein Ziel bald erreichen werde. Nächstes Jahr werde ich dann versuchen, mich für die Rennen der Enduro World Series zu qualifizieren.