ECHTERNACH
INGO ZWANK

Echternach will mit kreativen Ideen bezahlbaren Wohnraum schaffen und den Handel ankurbeln

Ja, es bewegt sich etwas in der Abteistadt: Für 2018 hat sich der Echternacher Schöffenrat einiges auf die Agenda geschrieben, was dringend oder langfristig angegangen und realisiert werden soll. „Mit unserem ordinären Haushalt von drei Millionen Euro können wir auch etwas bewegen“, sagt Bürgermeister Yves Wengler (CSV), als er zusammen mit den beiden Schöffen Ben Scheuer und Luc Birgen (LSAP) die anstehende Ratssitzung vorbereitet. Dabei will der Schöffenrat, was die Projekte für die Zukunft anbelangt, da ansetzen, wo man in der letzten Legislatur aufgehört hat - kontinuierlich weiterarbeiten eben. Stichworte sind hier Wohnungsbau und Kommerz.

Ein Arbeitsfeld stellt hier die „Petite Marquise“ dar. „Wir sind in Verhandlungen mit Unternehmen und hoffen, dass man im Sommer 2018 in die detaillierte Ausarbeitung gehen und dann im Herbst mit dem Neuaufbau beginnen kann“, sagt Wengler.

Wohnraum, den die Gemeinde bereitstellt

Dann ist da natürlich das Projekt „Gare“ mit all seinen Fassetten und Nebenbaustellen wie unter anderem der Verlegung des Busbahnhofes bei den Cactus. „Aber dies ist ja erst dann aktuell, wenn die Arbeiten hier richtig beginnen.“ So soll eine Tiefgarage bei der Schule mit eingeplant werden und ein Blockheizkraftwerk über Hackschnitzel für die notwendige Energie in dem Bereich sorgen. Dieses soll im Bereich Camping in der Rue de Diekirch gebaut werden. Neben diesem Bereich des Bahnhofs soll ferner ein Parkhaus mit Wohnungen entstehen.

Vor einigen Jahren setzte sich die Idee in Echternach fest, dass man über die Schiene „Outletcenter“ – wie beispielsweise in Bad Münstereifel vorhanden – sich einen Namen über die Grenzen hinaus machen könnte. „Doch von dieser Idee sind wir ab, Echternach soll für Qualität stehen“, sagt Wengler. Daher will man nun auf den Weg mit einem erfahrenen Planer gehen, „der in Vollzeit ein Betriebssystem für Echternach entwickeln soll.“

So soll nun das Marktpotenzial ausgelotet werden und vor allem passend zum Vorhandenen ein Konzept erarbeitet werden, um dem kommerziellen Leerstand entgegenzuwirken und Echternach als Einkaufsstadt wiederzubeleben - sonst sei man am Ende nur noch eine reine Tourismusstadt. „Die Person, die wir vorschlagen, ist erfahren auf dem Gebiet und hat unter anderem bereits sachbezogen beim Flughafen Hamburg gearbeitet.“ Mehrere 100.000 qm Verkaufsfläche habe er betreut und vermarktet. „Natürlich sind wir hier in Echternach etwas kleiner, wenn man sich den Aufbau der Marquise oder auch das Parkhaus anschaut, wo auch Gewerbefläche integriert werden soll, so kommen wir auf einige 1.000 Quadratmeter.“ Aber die Person sieht es als Herausforderung an, dass dies in einem entsprechenden Umfeld realisiert wird. Schließlich habe sie Angebote aus London und Wien ausgeschlagen und Echternach angenommen. „Was aber nicht bedeutet, dass es eine Garantie für die absolute Umsetzung der Idee gibt“, sagt auch Scheuer.

Enge Zusammenarbeit

Der Plan sieht vor, dass in enger Zusammenarbeit mit dem „Stadmarketing“ ein Aktionsplan mit den entsprechenden Kategorien erarbeitet werden soll. „Dies bis Oktober 2018“, sagt Wengler. Ab 2019 soll es dann dem Leerstand an dem Kragen gegangen werden. „Wir wollen diesbezüglich alles versuchen, wir brauchen Magnete“, ergänzt Wengler – und betont: „Wir wollen beim Wohnungsbau genauso wie bei der Errichtung von Gewerbefläche den Daumen draufhalten. Wir wollen Wohnraum zu erschwinglichem Preis gewährleisten, indem wir selber bauen. Denn Echternach wird auf 7.000 Einwohner wachsen. Wir wollen auch Kommerz ansiedeln können, ohne dass hier nur entsprechende die errechneten Abschreibungen im Hinterkopf sind.“ So sei es für die Gemeinde nicht maßgeblich, ob man entsprechend in zehn oder erst 20 Jahren abgeschrieben hat. Entsprechend zuversichtlich blicken die Gemeindeväter auch auf ihre Haushaltssituation. „Wir haben zwar noch 25 Millionen Schulden“, sagt Wengler, doch müsse man berücksichtigen, dass hier ein höher Betrag für die Rettungswache steht, „was wir noch erstattet bekommen.“ Was das nationale Rettungsdienstwesen anbelangt, so ist der Verteilungsschlüssel noch nicht raus. „Wir wissen noch nicht, was für uns pro Einwohner berechnet wird.“ Hier geht die Stadt aber von rund 100.000 Euro aus.

Klarheit hingegen hat die Gemeinde in Bezug auf die Gemeindefinanzreform, die von Wengler aus durchaus positiv bewertet wurde. „Hier wurde endlich mal der regionalen Situation von Echternach Rechnung getragen“, man habe also durch profitiert davon.

Blick in die weite Zukunft

Was Zukunftsprojekte anbelangt, so darf man auch in Echternach etwas träumen. Sporthalle, Schwimmbad sind die nächsten Stationen, die angegangen werden müssen. „Hier haben wir durchaus auch die Verdichtung des Ortskerns vor Augen. Eine Art Sportcampus, vielleicht mit Schwimmbad und ausgelagertem Sportplatz im Bereich vom Echternacher See schwirrt da als Gedanke den Stadtoberhäuptern vor. Aber dies müsse man alles noch in Ruhe betrachten.

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