LUXEMBURG
MARCO MENG

Europäische Versicherungen setzen vor allem auf öffentliche Bonds

Im ersten Quartal 2018 belief sich die Bilanzsumme der Versicherungsgesellschaften des Euro-Währungsgebiets auf 7.949 Milliarden Euro, das sind 53 Milliarden Euro mehr als im vierten Quartal 2017, wie die Europäische Zentralbank (EZB) gestern bekanntgab. Die gesamten versicherungstechnischen Rückstellungen der Versicherungen beliefen sich im Euroraum auf 6.009 Milliarden Euro, 32 Milliarden Euro mehr als im vierten Quartal 2017.

Auch wenn es das Niedrigzinsumfeld der Branche nicht einfach macht, gewinnbringend Vermögen anzulegen, gelingt es. Nach wie vor auch mit Anleihen, in die die Versicherungsunternehmen nach wie vor hauptsächlich investieren, wie die gestern vorgelegten EZB-Zahlen verraten. Der Bestand, den die Euro-Versicherer an Schuldverschreibungen (Anleihen/Bonds) halten, bezifferte sich im ersten Quartal des laufenden Jahres auf 3.312 Milliarden Euro. Die Nettokäufe von Schuldverschreibungen beliefen sich im ersten Quartal auf fünf Milliarden Euro, denen Kurs- und sonstige Veränderungen in Höhe von minus zwei Milliarden Euro gegenüberstanden. Schuldverschreibungen machten im ersten Quartal 41,7 Prozent der gesamten Aktiva des Sektors aus.

1.577 Milliarden Euro, das sind 47,6 Prozent der insgesamt Schuldverschreibungen, in die die Versicherungen investiert sind, stammen von öffentlichen, institutionellen Haushalten des Euroraums. Der überwiegende Teil der gehaltenen Staatsanleihen im Euroraum wurde laut EZB-Angaben dabei in dem Land begeben, in dem sich die Versicherungsgesellschaft befindet. Diese beliefen sich auf 1.064 Milliarden Euro, verglichen mit 513 Milliarden Euro in anderen Schuldverschreibungen anderer Länder des Euroraums. Der Bestand an Schuldverschreibungen von monetären Finanzinstituten des Euro-Währungsgebiets belief sich auf 441 Milliarden Euro oder 13,3 Prozent der gesamten gehaltenen Schuldtitel.

Die zweitgrößte Kategorie, in die Versicherungen Geld anlegen, waren mit 25,9 Prozent Investmentfonds, einschließlich Geldmarktfondsanteilen. Diese beliefen sich im ersten Quartal 2018 auf 2,060 Milliarden Euro nach 2,066 Milliarden Euro im Vorquartal, wobei Nettokäufe von 32 Milliarden Euro durch Preis- und sonstige Veränderungen in Höhe von minus 38 Milliarden Euro ausgeglichen wurden. Die Wachstumsrate gegenüber dem Vorjahr betrug im ersten Quartal acht Prozent.

Zehn Prozent des Geldes investieren die Euro-Versicherungen in Aktien. Die Versicherungen profitieren dabei von den steigenden Kursen, denn machte im zweiten Quartal das dort angelegte Vermögen noch 766 Milliarden Euro aus, waren es im ersten Quartal 2018 825 Milliarden Euro, auch die Anlegen in Investmentfonds nahmen in dieser Zeit um fünf Prozent zu.

Mehr Rückstellungen

Die gesamten versicherungstechnischen Rückstellungen der Versicherungsgesellschaften beliefen sich im ersten Quartal auf 6.009 Milliarden Euro nach 5.977 Milliarden Euro im vierten Quartal. Die technischen Rückstellungen für Lebensversicherungen machten im ersten Quartal 90,7 Prozent der versicherungstechnischen Rückstellungen aus. Die fondsgebundenen Produkte beliefen sich auf 1.156 Milliarden Euro und machten 21,2 Prozent der gesamten versicherungstechnischen Rückstellungen für Lebensversicherungen aus.

Die luxemburgischen Versicherungsunternehmen hatten letztes Jahr ihre Einnahmen auf 27,1 Milliarden Euro steigern können, der größte Teil davon kam vom internationalen Lebensversicherungsgeschäft. Ein Plus von 13,9 Prozent gegenüber dem letzten Quartal 2016.