LUXEMBURG
SVEN WOHL

Angespielt: Broforce

Wenn es ein Spiel geben sollte, das 2014 zusammenfassen kann, dann sollte dies Broforce sein. Erstens handelt es sich dabei um ein so genanntes Early Access-Spiel, was heißt, dass Kunden an und für sich ein unfertiges Spiel kaufen, das ständig weiter entwickelt wird. Zweitens ist der Pixel-Look eine typische Referenz an die gute alte 8-Bit-Zeit, was von Indie-Entwicklern nicht nur aus ästhetischen sondern auch aus budgettechnischen Gründen gewählt wird. Und drittens nimmt es sich selbst nicht sonderlich ernst. Doch all diese Punkte sind eigentlich uninteressant. Wichtig ist, dass Broforce Spaß macht. Sehr viel Spaß sogar.

Explosive Action

Bei Broforce geht es ums Ballern und um sonst rein gar nichts. Keine Sekunde vergeht, ohne dass Kugeln, Schwerter oder Sprengstoff durch die Luft fliegen. Logisch also, dass die Boxen ständig durch Explosionen erschüttert werden und der Bildschirm gerne Mal im absoluten Chaos versinkt. Die unüberschaubare Hektik wird natürlich noch einmal dadurch verstärkt, dass bis zu vier Spieler gleichzeitig hier rumballern können. Man weiß somit oft nicht, wieso man eigentlich draufgegangen ist, aber das ist einem meistens auch egal.

Nützliche Geiseln

Ziel eines jeden Levels ist es, Gefangene zu retten, Terroristen zu eliminieren und deren Chef, den Teufel höchstpersönlich, auszuschalten. Humor bringt der übertriebene Patriotismus sowie die Figuren, die allesamt an bekannte Größen des Actionkinos angelehnt sind. Natürlich werden die Namen dementsprechend verändert: Aus Robocop wir „Brobocop“, aus dem Terminator der „Brominator“. Kurz: Das Spiel ist voller Bros, also Brüdern im Geiste.

Es bleibt jedoch nicht bei der bloßen Referenz, sondern die pixelig-perfekt nachgebildeten Figuren besitzen jeweils eigene Waffen und Fähigkeiten. MacBrover etwa wirft mit haftenden Dynamitstangen um sich während Brochete mit zwei Macheten durch die Level wetzt. Da mit jeder Geiselbefreiung die Figur verändert wird, sollten sich Spieler möglichst schnell an die Eigenarten einer jeden Figur gewöhnen. Toll ist, dass keiner der Brüder und Schwestern nutzlos ist. Alle Level sind, trotz teils heftigem Schwierigkeitsgrad, mit jeder Figur zu schaffen. Damit schafft es Broforce, nicht eine bloße Aneinanderreihung von Referenzen zu sein, sondern auch noch robustes Gameplay zu liefern (Erhältlich auf Steam für 14).