LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

„Fundamental Monodrama Festival“ zeigt 2018 auch Sylvia Camarda, Luc Feit und Max Thommes

Solo auf der Bühne, das ist klar. Bei den Genres ist es dann aber schon vorbei mit der Klarheit. Aber die verschwimmenden Grenzen zwischen Theaterstück, Musikperformance und Tanz sind beim Solotheaterfestival „Fundamental Monodrama“ in der Banannefabrik eh fließend. Daher haben das Team und Festivaldirektor Steve Karier entschieden, diesmal auf entsprechende Etikette zu verzichten.

Was im Jahr 2009 im Kulturhaus Niederanven mit dem Stück „Mein Körper in 9 Teilen“ begann, bietet in seiner diesjährigen Ausgabe 15 Vorstellungen von insgesamt neun verschiedenen Kreationen. Auf die Bühne kommen dabei Künstler aus neun Ländern. Das „Fundamental Monodrama Festival“ beginnt am 8. Juni mit dem Stück „A Lithualien in the Land of Bananas“ von und mit Gintare Parulyte, ein Ergebnis der festivaleigenen Kreationsmöglichkeit „Monolabo“ der Ausgabe 2016, und schließt am 17. Juni mit „Ex(s)ilium“ von und mit Sylvia Camarda.

Klassisch und visuell

Festivalleiter Karier legt dem Publikum jedes der neun Werke ans Herz, für ihn sind sie alle einzigartig und ohne Frage sehenswert. Bei „Lenz“ etwa betont er, dass Schauspieler Luc Feit und Regisseur Frank Feitler anderthalb Jahre an dieser Umsetzung von Georg Büchners klassischer Erzählung über den titelgebenden psychisch kranken Dichter gearbeitet haben. „Ich finde ihn bemerkenswert“, sagt Karier über Feits Spiel. Das Ergebnis dieser minutiösen Arbeit kann das Publikum am Sonntag, 10. Juni, erleben.

Auch beeindruckend, aber vor allem visuell ansprechend soll der Abend des darauffolgenden Montag werden, wenn die Österreicherin Carola Schmidt auf die Bühne tritt. In „I am not me! Rites of energy canalization“ wird eine Musikperfomance geboten, bei der Schmidt als Ein-Frau-Orchester Violine, Klavier und elektronische Instrumente spielt und einen leuchtenden Anzug trägt. In ihrer Performance geht es um die Suche nach der perfekten Version des eigenen Selbst.

In „After Midnight. Marvelous things happening in... Flanders 1“ verliert sich der belgische Theatermacher und visuelle Künstler Benjamin Verdonck am 12. Juni in seinen eigenen Kreationen aus Miniaturlandschaften. Mit dem belgischen Tänzer und Sänger Sam Louwyck und dem Gitarristen Danny Bossaer bringen am 13. Juni zwei Künstler, die durch eine lange Freundschaft verbunden sind, die Fortsetzung „After Midnight. Marvelous things happening in... Flanders 2“ um Emotionen und Improvisation auf die Bühne. Bossaer spielte übrigens schon mit Soullegende Marvin Gaye und Arno, dem „belgischen Tom Waits“.

Für „Monolabo“, der Möglichkeit für junge Kreation am 16. Juni, verhandelt Oumarou Aboubacari Bétodji aus dem Niger in „Dans le silence des ondes“ über Identität und Migration und der Deutsche Martin Engler beschäftigt sich in „Die Donau Resonanz“ mit Künstlern, die entlang der Donau auf den europäischen Geist einwirken wollen. An dem „Monolabo“-Abend gibt es auch Beiträge luxemburgischer Künstler: So stellt Autor Olivier Garofalo mit „Beginner?!“ ein Resultat seiner Autorenresidenz im „Théâtre national du Luxembourg“ aus dem Vorjahr vor. Darin leistet der Protagonist Widerstand gegen die Selbstoptimierung, es spielt Claude Faber. In „Bwana au pays des merveilles“ tritt Fränz Hausemer in einer Geschichte um Charles Leurs, den Vater des „Schwaarze Mann“ Jacques Leurs, und seine Reisen in den Kongo auf. Gelesen werden Briefe des Luxemburgers aus den Jahren 1905 und 1906. Schließlich begibt sich Max Thommes mit „Naked Lunch Radial“ auf die Spuren von William S. Burroughs.

Des Weiteren sind noch Stücke der Künstler Eva Doumbia, Benjamin Verdonck, Daniel Keene, Rafeef Ziadah und Youness Atbane zu sehen.


Der Eintritt kostet 20 Euro, 8 Euro ermäßigt und 1,50 Euro

mit Kulturpass. Weitere Informationen unter

fundamental.lu