LUXEMBURG
JEFF KARIER

Mit Self-Publishing und Crowdfunding will Sabrina Kaufmann durchstarten

Aktuell arbeitet Sabrina Kaufmann an ihrem bisher neunten Buch „Muffin Mag“ und hat große Pläne. Die 21-jährige Künstlerin will ihre Leidenschaft zum Beruf machen und von ihrer Kunst, den Manga, leben. Dem Journal erzählt sie im Interview von ihrer Arbeit an dem Buch und wie sie zur Mangaka wurde.

Seit wann zeichnen Sie Manga?

Sabrina Kaufmann Ich habe immer gern gezeichnet. Als ich mit elf Jahren zum ersten Mal die Anime-Serie Naruto gesehen habe, begann mein Interesse an Manga. Habe anfangs auch im Style von Naruto gezeichnet, dann aber nach und nach meinen eigenen Stil entwickelt. Besonders beeinflusst haben mich aber die Mangaka Dann Ai Yazawa, die unter anderem Nana und Paradise Kiss gemacht hat, Kaori Yuki bekannt etwa für Ludwig Revolution und Angel Sanctuary sowie Hiromi Matsuo, die vor allem Illustrationen macht. Die erste Geschichte habe ich mit 15 veröffentlicht. Mein letztes Buch „Ordalium“, das letztes Jahr raus kam, war das achte.

Haben Sie zeichnen gelernt?

Kaufmann Nein, ich war zwar im Lyzeum auf der Kunstsektion, habe dort aber nicht wirklich etwas gelernt, was mein Mangazeichnen vorangebracht hätte. Man könnte also sagen ich bin Autodidaktin.

Wie gehen Sie beim Zeichnen vor?

Kaufmann Ich beginne mit den Panels und den Sprechblasen, in denen ich den Text den ich mir überlegt habe hineinschreibe. Dann folgen die eigentlichen Zeichnungen, die ich zunächst mit dem Bleistift zeichne. Falls nötig mache ich noch die ein oder andere Korrektur, bevor ich dann mit Tinte die Konturen nachzeichne und den Text wieder ausradiere. Der nächste Schritt ist das Kolorieren der Zeichnungen und anschließend schneide ich die einzelnen Panels aus und ordne diese als Kollage neu an. Die einzelnen Seiten scanne ich dann ein und setze den Text am PC wieder ein. Das mache ich nicht zuletzt, weil ich meine Bände auf Englisch und Französisch veröffentliche.

Ihr letztes Buch „Ordalium“ wurde über einen Verlag veröffentlich. Für ihr nächstes Projekt „Muffin Mag“ haben Sie sich allerdings wieder für Self-Publishing entschieden. Warum?

Kaufmann Ich habe gemerkt, dass, wenn ich das Ganze in Eigenregie mache, wie zuvor bei den anderen Büchern, ich einfach mehr Kontrolle über mein Werk habe. Durch den Selbstverlag habe ich viel gelernt und auch wenn es nicht immer einfach und manchmal stressig ist, macht es auch Spaß. Und wenn etwas schief geht, dann bin ich verantwortlich dafür und nicht jemand anderes.

Wie waren die Reaktionen, die Sie bisher auf ihre Bücher bekommen haben?

Kaufmann Größtenteils positiv. Vor allem „Cupcake Diary“, eine Sammlung von Kurzgeschichten über die Schule, die Liebe und das Leben die ich 2014 veröffentlicht habe, kam besonders gut an. Daher arbeite ich nun auch an der Fortsetzung „Muffin Diaries“. Allerdings hat auch „Ordalium“ viel gutes Feedback bekommen.

Wie finanzieren Sie die Produktion ihres Manga?

Kaufmann Für „Muffin Mag“ habe ich vor einigen Tagen eine Crowdfundingkampagne gestartet. Ziel ist es 1.000 Euro zu sammeln um 200 Exemplare zu finanzieren. Wenn die Marke von 1.000 allerdings nicht erreicht wird und sagen wir mal nur 999 Euro zusammen kommen, dann ist die Kampagne gescheitert und ich bekomme kein Geld für den neuen Band. Wenn es klappt wäre es ein weiter Schritt in Richtung freie Künstlerin.

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Luxcon an diesem Wochenende

An diesem Wochenende findet im „Centre culturel Schungfabrik“ in Tétange die LuxCon, eine Convention nach angelsächsischer Art statt. Organisiert wird der Event von der „Science Fiction & Fantasy Society Luxemburg“. Laut den Organisatoren, gibt die LuxCon der immer größer werdenden Gemeinschaft der Fans, Geeks und Nerds die Möglichkeit ihre Lieblingsbücher, -serien, - filme, -spiele, und anderes aus der fantastischen Kultur zu feiern. 2015 hatten über 2.700 Besucher den Weg zur LuxCon gefunden.

Dieses Jahr dürften vor allem das Kommen von „Bernd das Brot“-Erfinder und Mara und der Feuerbringer Autor und Regisseur Tommy Krappweis, den Weltklasse-Autoren Ian McDonald und Markus Heitz viele Menschen nach Tétange locken. Des Weiteren werden zahlreichen lokale, regionale und internationale Gäste die Besucher der LuxCon auf der gegenüber dem letzten Jahr größer gewordenen Fläche begrüßen.

Der Eintritt kostet 5 Euro pro Tageskarte oder 9 Euro für ein Wochenendticket. Kinder unter zwölf Jahren haben freien Eintritt, müssen jedoch in Begleitung eines Erwachsenen sein. Die Einnahmen kommen einer Wohltätigkeitsorganisation zu Gute, die von der Science-fiction & Fantasy Society Luxembourg bestimmt wird.

Alle weiteren Informationen finden Sie unter

www.luxcon.lu

Die Crowdfundingkampagne von Sabrina Kaufmann finden Sie unter folgendem Link: fr.ulule.com/muffin-mag