FIGUERES
AP

Zur Klärung einer möglichen Vaterschaft von Salvador Dalí sind am Donnerstag die sterblichen Überreste des spanischen Künstlers exhumiert worden. Sie sei nervös, aber erleichtert, sagte die 61-Jährige, die geltend macht, die Tochter Dalís zu sein, laut ihres Anwalts, Enrique Blánquez. Der DNA-Test werde mit 99 prozentiger Sicherheit die Wahrheit zeigen, so der Anwalt. Der Angaben der Frau zufolge hatte ihre Mutter eine Affäre mit Dalí. Die Mutter habe als Haushaltshilfe bei Dalí in dessen Heimatstadt Figueres in Nordostspanien gearbeitet, wo er mit seiner Frau Gala lebte, erklärte die 61-Jährige.

Die Frau, eine Tarotkarten-Legerin, kämpfte seit zwei Jahrzehnten vor Gericht darum, die Vaterschaft klären zu lassen. Im Juni gab ein Richter in Madrid Grünes Licht für einen DNA-Test. Sie habe ein Recht darauf zu wissen, wer ihr Vater sei, erklärte die 61-Jährige der Nachrichtenagentur AP. Sie wolle das Andenken an ihre Mutter ehren, nannte sie als Motiv für ihre Klage. Ihr Anwalt Blánquez sagte, ein juristischer Sieg gäbe seiner Mandantin die Chance, in weiteren Prozessen ein Viertel von Dalís Nachlass zu beanspruchen.

Bei der Exhumierung, die bis zu elf Stunden dauern kann, wollen zwei Gerichtsmediziner vier Zähne, einige Nägel und etwas Knochenmark entnehmen, sofern der Zustand des Leichnams dies erlaubt. Anschließend sollen die Proben nach Angaben des katalanischen Justizministeriums in einem Labor in Madrid untersucht werden. Die Analyse könnte mehrere Wochen dauern.

Der Künstler und seine Frau hatten keine gemeinsamen Nachkommen, Gala hatte eine Tochter aus einer früheren Ehe. Dalí starb 1989 im Alter von 84 Jahren. Er vermachte seinen Nachlass dem spanischen Staat. Sein Leichnam wurde einbalsamiert und im örtlichen Theater seiner Heimatstadt beigesetzt, das heute das Dalí-Museum beherbergt.