LUXEMBURG
PIERRE WELTER

30 Katecheten und Katechetinnen klagen gegen Erzbistum

Am 26. Januar 2015 hat die katholische Kirche ein Abkommen mit der Regierung unterzeichnet, das ihr Verhältnis zum Staat neu regelt. Der Religionsunterricht in den Schulen wurde abgeschafft. 30 Katecheten und Katechetinnen haben jetzt gegen den Erzbischof als ihren Arbeitgeber geklagt. Seit gestern streitet Rechtsanwalt Jean-Marie Bauler auf dem Arbeitsgericht mit dem Bistum und dem Staat um die Anerkennung eines Bachelordiploms für seine Mandantin, stellvertretend für alle Betroffenen. Die Kläger sind zwischen 40 bis 60 Jahre alt.

Bis jetzt gab es keine gütliche Einigung. Man warte immer noch auf eine fundierte Antwort, warum ein angestellter Religionspädagoge mit seinem Bachelor-Diplom nicht entsprechend bezahlt würde. So wird das Ministerium kritisiert, da es bis heute den Bachelor in Religionspädagogik nicht anerkannt hat. Auch wird festgehalten, dass dadurch Leute als Personen zweiter Klasse gebrandmarkt würden. Bauler: „De critère objectif ass awer, firwat de Bachelor an der Religiounspädagogik nët unerkannt gëtt.“ Die Besoldung sei ihrem neuen Ausbildungsniveau nicht angepasst worden. Das schaffe neue Diskriminierung, sagt der Anwalt Jean-Marie Bauler. Die betroffenen Personen verlangen, dass die Gehälter im Prinzip den staatlichen Gehältern angepasst werden. Zumal sie damals vom Bistum ermuntert wurden, ein Bachelor-Diplom in religiöser Pädagogik zu absolvieren. Der universitäre Rang eines „Bachelors“ sei beim Staat entsprechend bezahlt. In der Kirche sei das anders. Die Unterschiede im Lohn ließen sich durch nichts erklären. Die Kläger verlangen, dass das juristisch klarstellt wird.

Das Bistum ließ sich durch die Rechtsanwältin Anne Ferry vertreten. „Das Bistum hat den Religionsunterricht nicht abgeschafft“, sagte Ferry gleich zu Beginn ihres Plädoyers. „Das waren andere. Doch wir wollen hier keine Politik betreiben. Wir werden hier gefragt, etwas zu bezahlen. Nur wir wissen nicht, was.“ Ferry machte klar, dass die Affäre eigentlich vor den „Tribunal administratif“ gehöre. Das Arbeitsgericht sei in dieser Sache juristisch nicht zuständig. Auch sei nie jemand gezwungen worden, einen Bachelor zu absolvieren.

Der Vertreter des Staates sprach von einem „libellé obscure“, mit den Klägern hätte der Staat direkt nichts zu tun. Hier würde man versuchen, etwas über die Hintertür zu erreichen, was nicht möglich sei. Eine Eingruppierung im Grad E2 wäre das Maximum, was zu kriegen sei. Für den Rechtsanwalt Jean-Marie Bauler war klar: Wenn man den Bachelor nicht anerkennen will, dann sollte das juristisch gerechtfertigt werden.


Das Urteil wird am 2. Februar gesprochen