STRASSEN
CORDELIA CHATON

Im „Maison du lit“ gibt es Rat rund ums Bett - aber keine traditionellen Schlafzimmer

Mehr als 30 Jahre haben Jacqueline Kandel und ihr Mann Lucien Betten in Bartringen verkauft. Jetzt sind sie umgezogen nach Strassen in die Rue des Eglantiers. Dort haben sie diese Woche ihr Geschäft offiziell eröffnet. Hier stehen große Betten mit Kopfteilen aus Stoff. „Auch Leder und Holz sind gefragt, bei jungen Leuten vor allem Nuss und Zirbel“, erklärt Jacqueline Kandel. Sie hat viele Kunden, die wegen Rückenproblemen kommen und denen eine gute Matratze wichtig ist. Zu den hochwertigen Marken zählt für die Bettenexpertin die deutsche Marke Schramm, die für Federkernmatratzen bekannt ist. „Hier ist jede Feder in eine Baumwolltasche eingenäht, das ist alles handgefertigt und wird in einem Familienbetrieb für jeden Kunden auf Maß gemacht“, erklärt sie. Das hat seinen Preis.

Ein etwas günstigeres Preis-Leistungsverhältnis bietet die niederländische Firma Auping, die es ebenfalls seit über 100 Jahren gibt. „Die französische Marke Treca bietet einen besonderen Chic“, erklärt Kandel, „während das britische Label Vispring Doppelfedern ohne Latex anbietet. Auch hier handelt es sich um Handarbeit - seit 1901. Wer nur schwer aus dem Bett kommt oder das Personal beim Bettenmachen unterstützen will, wird bei der Marke Kirchner fündig, die Betten macht, deren Lattenrost sich hochfahren lässt.

Im Gegensatz zu Federkernmatratzen fertigt Swissflex Lattenroste, die flexibel sind. „Das passt sich dann dem Körper an. Auf Wunsch gibt es die Lattenroste mit oder ohne Motor“, sagt die Herrin des „Maison du lit“, während sie durch die Ausstellungsräume führt. Wasserbetten stehen schon lang nicht mehr hier. „Die führen wir schon seit sechs Jahren nicht mehr, es ist ein spezifisches Produkt und heute gehen Boxspringbetten besser“, weiß Kandel. Ohnehin hat sich das Schlafzimmer gewandelt. „Im hochwertigen Segment ist die Zeit der Kombination Schrank-Kommode-Bett vorbei“, weiß die Expertin. „Deshalb bieten wir unseren Kunden Dressings auf Maß. Komplette Schlafzimmer verkaufen wir schon lang nicht mehr.“ Wer zum „Maison du lit“ kommt, rechnet mit rund 2.000 Euro für ein Bett. Das gefragteste Maß ist 1,80x2,00 m.

Dazu wollen die meisten Kunden dann auch Kissen. Kandel hat eine Auswahl, die von Latex über Daune bis hin zu holzgefüllten Zwirbelkissen reicht. Beim Bettzeug führen die Kandels entsprechend der Markenqualität für Betten hochwertige Marken, häufig aus der Schweiz, wie Fischbacher, Schlossberg und elegante. Aber auch die Plauener Seidenweberei ist vertreten, die den Vorteil hat, Milben nicht überleben zu lassen. Eine Stunde Beratung ist schnell vergangen. Jetzt stellt sich Müdigkeit ein. Und die Betten sehen sehr verlockend aus. Kandel lächelt. „Legen Sie sich ruhig hin, das machen viele unserer Kunden.“