LUXEMBURG
SVEN WOHL

Hochwertige Karikatursammlung aus dem Hause „Editions Feierkrop“

Gelungene Satire ist durchaus eine Seltenheit. Oftmals wird das Vulgäre mit dem eigentlichen satirischen Inhalt verwechselt, was nicht nur dem Anspruch der Leser nicht mehr gerecht werden kann sondern sowohl inhaltlich als auch stilistisch verflacht und letzten Endes niemanden mehr anspricht. „Hôtel St. Max“ von „Skif & Dresch“ fällt, glücklicherweise, nicht in diese Falle, sondern überzeugt durch größtenteils pointierten Witz, der gekonnt durch einen markanten Zeichenstil gestützt wird.

Stets an der Aktualität

Selbst Leser, die nur sehr wenig mit Politik am Hut haben, sollte es leicht fallen, die satirische Abhandlung von Jean Asselborns Eskapaden über die letzten zwei Jahre nachvollziehen zu können. Der Band umfasst mehr als 100 der wöchentlich im „Neie Feierkroop“ erscheinenden Comicstrips. Die Aufmachung ist absolut top: schon Hardcover und Glanzpapier verleihen dem Band eine gewisse Klasse. Damit diese nicht zu abgehoben wirkt, wird sie gleich zu Anfang gebrochen. Denn dort findet man Vorworte vom fiktiven Außenminister persönlich und natürlich auch vom Papst.

Asselborn ist allein wegen seiner von Luxemburgismen geprägten Sprache ein dankbares Ziel. Somit verwundert es nicht, dass genug Material zur Verfügung stand, um jede Woche die Panels zu füllen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass das Buch neben der reinen Satire gleichzeitig eine Art Rückblick bietet. Zeichnerisch ist die Leistung als exzellent zu bewerten: Der Stil bleibt konsistent und bietet hohen Wiedererkennungswert. Wenn der Stil mal gebrochen wird, dann mit voller Absicht und mit dementsprechenden Effekt. So wird nicht nur das vermeintliche Einerlei aufgebrochen, sondern es entsteht auch noch zusätzliche Dynamik.

Sicher ist nicht jede Seite hier glänzendes Gold, aber im Durchschnitt weiß die Sammlung mehr als nur zu überzeugen. Dazu gehört natürlich auch ein knapper, enorm pointierter Sprachwitz. Dieser wimmelt nur so von Phrasen, die tatsächlich von den gezeigten Politikern stammen könnten und zusätzlich überspitzt werden. Der eine oder andere Blick auf das internationale Parkett fehlt natürlich nicht, was ebenfalls für inhaltliche Auflockerung sorgt. Alleine wegen der Aufmachung ist „Hôtel St. Max“ also bereits empfehlenswert.

Das Album ist erhältlich für 22,20 Euro. Es wird nach der Überweisung des Betrags mit dem Vermerk „Hotel St. Max“ auf das Konto CCP IBAN LU12 1111 1169 1631 0000 verschickt.