LUXEMBURG
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Luxemburg auf der „Fruit Logistica“

Auch wenn es für uns Mitteleuropäer normal scheint, jederzeit vom Regal im Supermarkt frisches Obst pflücken zu können - dahinter steckt eine anspruchsvolle Kühllogistik. Auf der Fachmesse der Branche, der „Fruit Logistica“, die bis letzten Freitag in Berlin stattfand, waren auch Firmen aus Luxemburg vertreten.

„Das Cluster und seine Mitglieder haben das luxemburgische Know-how und Produkte auf der Fachmesse vertreten“, bestätigt Ronny Wolff von „Cluster for Logistics“.

Die Clustermitglieder Arthur Welter, Cargolux, DuPont und Grosbusch Fruits & Vegetables waren Teil des „Fresh HUB Luxembourg“-Standes, der in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsministerium und Handelskammer organisiert wurde. Es war das erste Mal, dass Luxemburg einen Länderstand zu dieser Fachmesse organisiert.

„Obst und Gemüse sind die besten Produkte der Welt“, betont René Grosbusch, „aber sie erfordern ein besonderes Handling.“ Auf der Messe habe Luxemburg gezeigt, dass es ist in der Lage sei, die erforderlichen hochwertigen Dienstleistungen anzubieten.

Grosbusch ist in Luxemburg und der Großregion als Obst- und Gemüsehändler bekannt, während das Industrieunternehmen DuPont mit dem Vliesstoff Tyvek ein Verpackungs- und Schutzmaterial „made in Luxembourg“ zum Schutz für verderbliche Waren anbietet.

Auf der Logistikseite war Luxemburg mit Arthur Welter Transports, einem der wichtigsten nationalen Akteure im Straßentransport, und Cargolux, Europas führender All-Cargo-Fluggesellschaft, vertreten. „Wir freuen uns sehr, dass wir alle diese Akteure des ‚Fresh HUB Luxembourg‘ zusammenführen konnten. Mit diesen vier Unternehmen können wir ein umfassendes Dienstleistungsangebot rund um das Cargocenter, das sechstgrößte Luftfrachtdrehkreuz in Europa, hervorheben“, sagt Cluster-Direktor Malik Zeniti.

Luxemburgs Rolle in einem stetig wachsenden Geschäft

Das Großherzogtum ist ein wichtiger Standort, wenn es um internationalen Güterverkehr geht; auch bei Dienstleistungen im spezialisierten Obst- und Gemüsesektor. „Spezialisierte Unternehmen bieten professionellen Umschlag von sensiblen Produkten sowie Kühlzonen. Neben dem umfangreichen Straßennetz zählt Luxemburg Akteure mit modernen Lagern wie Grosbusch und Arthur Welter. Drehkreuze wie das Cargocenter am Flughafen und die neue Bahnplattform in Bettemburg sind ebenfalls für den Umschlag dieser Produkte gut geeignet“, teilt das Cluster for Logistics mit.

Ein Pluspunkt ist dabei Luxemburgs zentrale Lage, die es erlaubt, dass von hier aus 70 Prozent des EU-Marktes innerhalb eines Tages bedient werden können. Natürlich unterstrichen die Vertreter aus Luxemburg das auch in Berlin, denn Zeit- und Kosteneffizienz spielen auch bei Nahrungsmittellogistik eine entscheidende Rolle.

Grosbusch Fruits & Vegetables ist mit der gemeinsamen Präsenz auf der „Fruit Logistica“, sehr zufrieden. Goy Grosbusch: „Wir haben das internationale Potenzial für unser Geschäft hier in Berlin bestätigt und durch die Sichtbarkeit des Luxemburger Nationalpavillons weltweit interessante Möglichkeiten gefunden.“ Das Unternehmen mit Sitz in Ellingen ist gut auf zukünftiges Wachstum vorbereitet, da es im vergangenen Jahr 20 Millionen Euro in sein neues Lager investierte und weitere 12.500 qm auf den bestehenden 4.500 qm anbietet.

Die Nachfrage nach schnellem und zuverlässigem Lufttransport boomt ebenfalls, so Cargolux. Im Jahr 2017 wurden weltweit mehr als 2,4 Millionen Tonnen in Flugzeugen transportiert, ein Anstieg von 3,3 Prozent im Vergleich zu 2016. Mit mehr als 1,1 Millionen Tonnen machen Obst und Gemüse rund 46 Prozent aller Frischprodukte in der Luftfracht aus.

Um die Bekanntheitsgrad des luxemburgischen Logistikstandorts zu erhöhen und die Vernetzung zu fördern, veranstaltete der „Cluster for Logistics“ auf der Messe eine Standparty, an der zahlreiche internationale Kunden und Partner teilnahmen, wie die Organisation erklärt.

Durch den nationalen Pavillon („Fresh Hub“) mit privaten und öffentlichen Akteuren sei es Luxemburg gelungen, sich als Drehscheibe für landwirtschaftliche Perishables und Ultra-Perishables in Zentraleuropa zu positionieren, so das Fazit des „Cluster for Logistics“.

Die alle zwei Jahre stattfindende „Fruit Logistica“ ist das führende Branchentreffen rund um das Frische- und Frischwarengeschäft. Sie bietet ein umfassendes Bild der neuesten Innovationen, Produkte und Dienstleistungen der internationalen Lieferkette. Die Messe gilt auch als eine hervorragende Networking-Plattform mit wichtigen Entscheidungsträgern, da sie auch diesmal wieder zahlreichen Besuchern (76.238) sowie mehr als 3.077 Ausstellern aus 84 Ländern einen umfassenden Marktüberblick geboten habe, so die Messe in ihrem Abschlussbericht. Das waren so viele Besucher und Aussteller wie nie zuvor.

Europa ist für Frischwaren der wichtigste Markt. Weltweit liegt der Anteil der Obstexporte, die nach Europa gehen, zwischen 45 Prozent und 70 Prozent. Zudem ist Europa mit etwa zwölf Prozent der weltweiten Produktion selbst ein wichtiger Produzent von frischem Obst und Gemüse. Für mehrere Produkte, wie beispielsweise Äpfel oder Zwiebeln, hat sich Europa von einem Importeur zu einem Exporteur entwickelt. Das geht aus dem anlässlich der Messe vorgelegtem „European Statistic Handbook“ hervor, das hier zum Download bereitsteht:

Fruit-Logistics-Handbook